Tag der Eisbären

Am Rand des Überlebens: Giganten in großer Gefahr

Wissen
27.02.2025 06:05
Porträt von krone.at
Von krone.at

Eisbären stehen am Rande des Überlebens. Die Klimakrise lässt das Packeis schmelzen, Umweltverschmutzung und industrielle Ausbeutung zerstören ihren Lebensraum. Der Mensch dringt immer weiter in die Arktis vor – mit verheerenden Folgen für die weißen Riesen. 

Eisbären zählen zu den größten Landraubtieren der Welt: Ein ausgewachsenes Männchen wiegt bis zu 500 Kilogramm, einzelne Tiere sogar über eine Tonne.

Ihre Kopf-Rumpf-Länge kann bis zu 2,50 Meter betragen, in Ausnahmefällen wurden sogar Eisbären mit einer Länge von 3,65 Metern dokumentiert. Trotz ihrer beeindruckenden Statur sind die weißen Riesen jedoch auf ein empfindliches ökologisches Gleichgewicht angewiesen.

Eisbären sind auf das Packeis angewiesen, um ihre Hauptnahrunsquelle, die Robben, zu jagen.
Eisbären sind auf das Packeis angewiesen, um ihre Hauptnahrunsquelle, die Robben, zu jagen.(Bild: Nick Cobbing_Greenpeace)

Die klugen Jäger sind perfekt an das Leben in der Arktis angepasst. Das dichte, wasserabweisende Fell und eine zehn Zentimeter dicke Fettschicht schützen die Eisbären vor eisigen Temperaturen. Unter ihrem schneeweißen Fell verbirgt sich schwarze Haut, die Sonnenlicht optimal absorbiert und die Wärme speichert.

Diese perfekten Anpassungen helfen jedoch wenig, wenn der Lebensraum zunehmend verschwindet. Denn Eisbären sind auf das Packeis angewiesen, um ihre Hauptnahrunsquelle, die Robben, zu jagen.

Jagden beträchtlich erschwert
Doch durch den Klimawandel schmilzt das Eis früher im Jahr und gefriert später wieder, sodass die Tiere immer weniger Zeit haben, sich die nötigen Fettreserven für die nahrungsarme Zeit anzufressen. Studien zeigen, dass ein einziger Tag ohne Jagdmöglichkeit einen Gewichtsverlust von bis zu 1,7 Kilogramm bedeuten kann.

Gleichzeitig müssen die Tiere immer weitere Strecken schwimmen, um Futter zu finden. Viele erschöpfen und ertrinken oder verhungern dabei. Die Arktis erwärmt sich etwa doppelt so schnell wie der Rest der Erde. Immer häufiger werden eisfreie Sommer prognostiziert – eine Katastrophe für die gesamte einzigartige Region und die weißen Riesen.

Wenn wir nicht handeln, könnten diese besonders schützenswerten Wesen noch vor Ende des ...
Wenn wir nicht handeln, könnten diese besonders schützenswerten Wesen noch vor Ende des Jahrhunderts aussterben.(Bild: Larissa Beumer)

Nur noch maximal 31.000 Tiere in Wildnis
Laut der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) gelten Eisbären als gefährdet. Schätzungen zufolge gibt es nur noch etwa 22.000 bis 31.000 Tiere in der Wildnis. Neben der Klimaerhitzung sind es vor allem Umweltverschmutzung, industrielle Fischerei, Ölförderung und zunehmende Schifffahrt, die ihren Lebensraum bedrohen. Besonders alarmierend ist auch die Erschließung der Arktis für den Tiefseebergbau, die aus Profitgier und Konzerninteressen geschieht.

Handeln wir nicht, dann könnten die flauschigen Giganten noch vor Ende des Jahrhunderts aussterben.

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