Edition 50

Super-GTI: So knackig fährt VWs Jubiläums-Sportler

Motor
30.01.2026 14:42

Schneller als der Allradler Golf R auf der Nordschleife, aber mit 325 PS sogar um 8 PS schwächer: Beim VW Golf GTI Edition 50 hat Wolfsburg alle Register gezogen. Dass damit auch Normalos auf der Strecke schnell sein können, hat Stephan Schätzl in Castellolí erfahren. Und VW-Racer Benni Leuchter erklärt hier im Video, wie das geht.

Es sind nicht gerade ideale Bedingungen für ein paar schnelle runden auf der spanischen Rennstrecke. Schon gar nicht mit Semislicks. Die wurden eigens mit Bridgestone entwickelt, sind Teil des „GTI-Performance-Pakets EDITION 50“ und auf 19-Zoll-Schmiederädern namens „Warmenau“ montiert. Teils strömender Regen macht den Asphalt zur Wasserstraße, Sturzbäche laufen quer über die Fahrbahn.

Einsteigen, losfahren, quertreiben – Stephan Schätzl auf der Rennstrecke in Castellolí in der ...
Einsteigen, losfahren, quertreiben – Stephan Schätzl auf der Rennstrecke in Castellolí in der Nähe von Barcelona(Bild: Volkswagen)

Doch ich fasse sofort Vertrauen zum Jubiläumssportler. Man spürt zwar nicht im Einzelnen, was VW alles gemacht hat, aber es wirkt. Untersteuern kennt der GTI Edition 50 nur vom Hörensagen oder von knallharter Übertreibung am Kurveneingang. Ein leichtes Gaswegnehmen bringt auf Wunsch das Heck in Bewegung, wodurch das Auto willig ums Eck kommt und die Vorderräder schneller wieder Vollgas vertragen. Umso mehr, als ja auch die serienmäßige mechanische Quersperre mitarbeitet.

Vorderräder lenken unterschiedlich weit ein
Ein Geheimnis des Einlenkerfolges ist die geänderte sogenannte Elastokinematik an der Vorderachse. Vereinfacht ausgedrückt: Unter Last dreht sich das kurvenäußere Vorderrad etwas weiter in die Kurve als das -innere, wodurch der Wagen zackiger einlenkt. Und weil die Hinterachse entsprechend härter wurde, macht sie den Spaß mit, hebt leicht ein Beinchen und ist zur Stelle.

(Bild: Volkswagen)
(Bild: Volkswagen)
(Bild: Volkswagen)
(Bild: Volkswagen)

Schon der „normale“ GTI Edition 50 ist ein herrlicher Hot Hatch, sein 2,0-Liter-TSI EA888 evo4 ist 325 PS und ab 2000/min. 420 Nm stark, also 25 PS stärker als der GTI Clubsport, mit 270 km/h sogar 20 km/h schneller (so schnell wie der Golf R), -1,33 Grad negativer Sturz an der Vorderachse und 15 mm tiefer als der Serien-Golf. Das adaptive Fahrwerk DCC ist serienmäßig.

Mit Performance-Paket beträgt der Sturz -2,0 Grad, das Fahrwerk liegt nochmals fünf Millimeter tiefer und mit 1455 kg ist die Kompaktrakete 25 kg leichter als das Pendant ohne das Paket. 

Allein die Warmenau-Felgen bringen 3,3 kg pro Stück. Der Rest kommt vom Akrapovic-Auspuff.

Dazu wurde die Fahrwerks-Hardware verstärkt. Vorn mit steiferen Federbeinlagern, steiferen Lenkerlagern im Querlenker und einem modifizierten Radträger; hinten mit steiferen Dämpferlagern und einer zusätzlichen Verschraubung der Spurstangen.

VW-Chefdynamiker Lars Frömmig erklärt die Fahrwerksmodifikation mit Performance-Paket.
VW-Chefdynamiker Lars Frömmig erklärt die Fahrwerksmodifikation mit Performance-Paket.(Bild: Stephan Schätzl)

Sogar mit dem ESP in Sport-Stellung spielt das Heck fröhlich mit und wird nur eingebremst, wenn man es übertrieben hat. Doch das Fahrverhalten ist so durchschaubar, die Lenkung derart gefühlvoll und mitteilungsfreudig, dass es tatsächlich nicht schwer ist, selbst bei diesen Streckenverhältnissen mit abgeschaltetem Notlasso im Grenzbereich unterwegs zu sein. Man spürt einfach jederzeit, was das Auto will bzw. braucht und kann intuitiv reagieren.

Logisch, dass auch der Motor gut am Gas hängt und das Siebengang-DSG tadellos arbeitet.

Zu den üblichen Fahrmodi kommt noch ein Spezialmodus dazu, der eigens auf die Nordschleife ausgelegt ist. Die ist allerdings längst nicht mehr so rumpelig wie einst, sodass Benni Leuchter bei seiner Rekordfahrt (7:46,125 Minuten, schnellster Serien-VW) das Fahrwerk sogar noch eine oder zwei Stufen härter gemacht hat.

(Bild: Volkswagen)
(Bild: Volkswagen)
(Bild: Volkswagen)
(Bild: Volkswagen)
(Bild: Volkswagen)

Der GTI Edition 50 im Alltag
Trotz aller sportlichen Meriten und Ausstattungen ist auch der Jubiläums-GTI ein echter Golf. Einfach zu bedienen, dank DCC bei Bedarf auch durchaus komfortabel, mit serienmäßigem Matrixlicht und einem Auftritt, der dezent genug für alle Fälle, aber auffällig genug ist, dass man sofort erkennt, was vor einem steht.

Dazu gehört aber auch das Cockpit, das besser in ein ID-Elektroauto passt als in einen sportlichen Golf. Das Zentraldisplay mit dem Touchslider darunter wirkt in seinem Plastiklook deplatziert. Da hätten sie lieber darauf verzichtet, das Interieur mit dem Facelift zu verändern.

(Bild: Volkswagen)
(Bild: Volkswagen)
(Bild: Volkswagen)
(Bild: Volkswagen)
(Bild: Volkswagen)

Andererseits kann der Golf in Sachen Bedienung auch manches richtig gut. So gibt es am Lenkrad echte Tasten, die nicht nur gut zu bedienen, sondern auch selbsterklärend sind. Und den Radartempomaten kann man blitzschnell auf klassischen Tempomaten umschalten, wenn man gerade keine Abstandsregelung braucht. Das ist ein Feature, das VW im Herbst neu eingeführt hat – während es bei BMW, wo es seit vielen Jahren üblich war, erst im Menü versteckt und zuletzt beim iX3 komplett verschwunden ist.

Der Ahne und der schnelle Enkel
Der Ahne und der schnelle Enkel(Bild: Volkswagen)

GTI-Kult mit Stil
Innen darf’s nostalgisch werden: Karositzmuster, rote Gurte, 50-Jahre-GTI-Logo am Lenkrad. Außen glänzen schwarze Spiegel, schwarzes Dach, rote Streifen an den Schwellern – und das Jubiläumslogo am Spoiler.

Ein besonderes Schmankerl: die exklusive Farbe Dark Moss Green Metallic, die dem Kompaktsportler ein fast britisches Understatement verleiht.

Der teuerste GTI
Mindestens 62.190 Euro werden fällig. Mit dem GTI-Performance-Paket „Edition 50“ um 5860,- Euro liegt der Basispreis damit knapp 6800 Euro unter dem des allradgetriebenen, 333 PS starken Golf R.

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