Palais Liechtenstein

Eine Analyse in Gemälden: So tickt der Kunstmarkt

Kultur
29.01.2026 19:00

„Noble Begierden“ im Gartenpalais Liechtenstein: Die umfangreiche Schau zeigt erstmals die Geschichte des europäischen Kunsthandels, seiner Sammler, Händler, Messen, Auktionen und Strategien.

Sprach man früher über Kunst, wurde über „das Edle“, über Schönheit und Repräsentation geredet. Auch über die Leidenschaft des Kunstsammelns, den Geschmack derer, die ihre „Noble Begierde“ auslebten. Nur über Preise, Kunsthändler, ihre Netzwerke, Verkaufsstrategien und -trends, die Geheimnisse der Marktplätze wurde meist geschwiegen: „Noble Begierden“ wählten nun die Kuratoren Stephan Koja, Christian Huemer und Yvonne Wagner als Titel für ihren faszinierenden Versuch, erstmals (!) die Geschichte des europäischen Kunstmarkts analytisch aufzuarbeiten.

Spannendes Kunstmarktpanorama
Spannend, wie hier Spitzenkunstwerke der großen Liechtenstein-Mäzene mit Schätzen internationaler Sammlungen ein „Kunstmarktpanorama“ ergeben. Und beweisen, wie Europas Kunsthandel jahrhundertelang „tickte“, und zwar seit man im alten Rom griechische Skulpturen sammelte; und zu welchem Wirtschaftsfaktor Künstler, Werkstätten und Märkte in Metropolen wie Florenz, Antwerpen, Amsterdam, London, Paris, im Industriezeitalter oder im Wien der Klimt-Zeit wurden. Christian Huemer: „Seit der Digitalisierung wurden 230.000 Daten über Auktionen, Verkaufstendenzen, Zyklen gesammelt.“

Claude Monet: Das Parlament, Sonnenuntergang, 1904, Öl auf Leinwand, 81 × 92 cm
Claude Monet: Das Parlament, Sonnenuntergang, 1904, Öl auf Leinwand, 81 × 92 cm(Bild: © Kunsthaus Zürich, Geschenk Walter Haefner, 1995)
Oberteil einer Statue der Aphrodite, Typus Kapitol, frühes 2. Jh. n. Chr., nach einem Original ...
Oberteil einer Statue der Aphrodite, Typus Kapitol, frühes 2. Jh. n. Chr., nach einem Original aus dem frühen 3. Jh. v. Chr., parischer Marmor, 99,5 × 44 × 44 cm(Bild: © Skulpturensammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Hans-Jürgen Genzel/Reinhard Seurig)
Rembrandt van Rijn: Selbstporträt mit Hut und zwei Ketten, um 1642/43, Öl auf Holz, 72 × 54,8 cm
Rembrandt van Rijn: Selbstporträt mit Hut und zwei Ketten, um 1642/43, Öl auf Holz, 72 × 54,8 cm(Bild: Museo Nacional Thyssen-Bornemisz)
Gustav Klimt: Nuda Veritas, 1899, Öl auf Leinwand, 252 × 56,2 cm
Gustav Klimt: Nuda Veritas, 1899, Öl auf Leinwand, 252 × 56,2 cm(Bild: © Vienna, KHM-Museumsverband)
Richard Gerstl: Selbstbildnis als Halbakt, 1902/1904, Öl auf Leinwand, 159 × 109 cm
Richard Gerstl: Selbstbildnis als Halbakt, 1902/1904, Öl auf Leinwand, 159 × 109 cm(Bild: © Wien, Leopold Museum)

Viele Werke bereiten besonderes Schauvergnügen: etwa Gemälde wie „Erzherzog Leopold Wilhelm in seiner Brüsseler Galerie“, Paninis Blick ins „Alte Rom“ (in der Abteilung: „The Grand Tour“), wunderbare Altarbilder für Private, eine Wand mit „Marktproduktionen“ von Brueghel, Valckenborch, De Momper. Sehenswert! 

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