Otto Waalkes in Wien

Vorsicht: Ottifanten trampeln durch die Albertina!

Kultur
02.06.2026 16:41

Zum 250-Jahr-Jubiläum der grafischen Sammlung hat Albertina-Direktor Ralph Gleis nun Otto Waalkes, seines Zeichens beliebter Komiker, aber auch begnadeter Maler, auf die Alten Meister losgelassen. Wir waren bei der Präsentation in den altehrwürdigen Prunkräumen, durch die jetzt ein frischer Wind weht. Fazit: einfach köstlich!

Ein frischer Wind weht derzeit durch die klassizistischen Prunkräumen der Albertina und immer wieder hört man jemanden laut auflachen. Der Grund: Otto Waalkes, die seit Jahrzehnten erfolgreiche Humorgranate aus Ostfriesland, hat wieder einmal zum Pinsel gegriffen. Die große Leidenschaft des 77-jährigen Waalkes, der an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg bei dem Wiener Rudolf Hausner Kunstpädagogik studierte.

Nun hat Albertina-Direktor Raphael Gleis zum 250-Jahr-Jubiläum der grafischen Sammlung marketingschlau Otto eingeladen, „einen neuen Blick auf die altehrwürdige Sammlung zu wagen“ – und löst dabei einmal mehr sein Antrittsversprechen ein, die Albertina für ein breiteres Publikum zu öffnen.

Spaß mit Otto bei der Präsentation seiner 12 Meisterwerke der heiteren Art
Spaß mit Otto bei der Präsentation seiner 12 Meisterwerke der heiteren Art(Bild: Eva Manhart)
Otto und Albertina-Direktor Ralph Gleis
Otto und Albertina-Direktor Ralph Gleis(Bild: Eva Manhart)
Otto griff zur Gitarre und gab ein Ständchen
Otto griff zur Gitarre und gab ein Ständchen(Bild: Eva Manhart)
Otto und Direktor Ralph Gleis vor den Werken von Waalkes (li.) und Dürer (re.)
Otto und Direktor Ralph Gleis vor den Werken von Waalkes (li.) und Dürer (re.)(Bild: Eva Manhart)

„Große Kunst und großes Haus schließen großen Humor nicht aus“, so Gleis und muss selbst schmunzeln, dass er im identen Outfit wie Otto – taubenblauer Anzug, weißes Hemd und weiße Sneaker – zum Pressegespräch erschienen ist. Otto sitzt wie immer der Schalk im Nacken: Er kichert vergnügt, strahlt aber sichtlich bewegt: „Ich hätte mir nicht zu träumen gewagt, hier jemals meine Bilder zu zeigen“. Dabei hatte er freie Bahn, was die Auswahl betrifft: „Das war wirklich sehr mutig von euch!“, schmunzelt er vergnügt.

Albrecht Dürers „Der Flügel einer Blauracke“ wird bei Otto zur Schirmkappe namens „Der ...
Albrecht Dürers „Der Flügel einer Blauracke“ wird bei Otto zur Schirmkappe namens „Der ostfriesische Götterbote“(Bild: © 2026 Otto Waalkes)
Jean-Baptiste Greuze „Savoyarde mit tanzender Puppe“ à la Otto: bei seinem Werk „Dancing tanzt“ ...
Jean-Baptiste Greuze „Savoyarde mit tanzender Puppe“ à la Otto: bei seinem Werk „Dancing tanzt“ ein Ottifant im Tutu am Tisch – und noch ein weiteres Rüsseltier ist in Sicht.(Bild: © 2026 Otto Waalkes)
Egon Schiele beschränkte sich meist auf zwei Modelle: Gattin Edith und Schwägerin Adele Harms – ...
Egon Schiele beschränkte sich meist auf zwei Modelle: Gattin Edith und Schwägerin Adele Harms – letztere darf bei Otto einen verliebten Ottifanten in Händen halten.(Bild: © 2026 Otto Waalkes)
Paul Klees „Blau mantel“ (1940) wird bei Otto zu „Polonaise Blankenese“
Paul Klees „Blau mantel“ (1940) wird bei Otto zu „Polonaise Blankenese“(Bild: © 2026 Otto Waalkes)
„Ein Ottifant nähert sich dem berühmten „Großen Rasenstück“ (1503) von Alfred Dürer – in der ...
„Ein Ottifant nähert sich dem berühmten „Großen Rasenstück“ (1503) von Alfred Dürer – in der Waalkes-Interpretation heißt es „Final Cut“.(Bild: © 2026 Otto Waalkes)

Das Wagnis hat sich gelohnt, stets dabei: Ottos Markenzeichen, der berühmte Ottifant, der, wie er sagt, „ein verunglücktes Selbstporträt ist“. Und so mäht einer „Das große Rasenstück“ von Albrecht Dürer, Egon Schieles „Adele Harms“ bekommt einen Ottifanten als Schoßtier, und Gustav Klimts „Bildnis einer Dame mit Cape“ wird zum „Portrait of a Lady“ mit Rüsselnase. Das ist alles nicht nur herrlich heiter, sondern beeindruckt durch verblüffende Stilsicherheit: „Ich wurde da ganz schön gefordert“, so Otto, der sich zur Anfertigung der insgesamt 12 Werke in sein US-Domizil zurückgezogen hatte, da ihn dort keiner kenne und er so „durchgehend störungsfrei arbeiten konnte, sei doch „extreme Präzision“ gefragt gewesen.

Die große Kunst: Seine Neuinterpretationen sind mit feinem, subtilem Humor versehen, schelmisch, aber nie derb. Vielmehr eine Huldigung: „Parodie ist für mich immer eine Form der Verehrung für die Vorbilder“, sagt er, „ich hoffe, das spürt man, aber ich habe ein gutes Gefühl, denn ein bisschen Lächeln tut gut!“

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung