„Konnte kaum atmen“

Vater rettet Lukas (41) nach Fehldiagnose Leben

Niederösterreich
06.12.2025 13:25

Als Rückenschmerz abgetan, und doch ein akuter Notfall: Ein Kellner aus Kaumberg (NÖ) entging durch diese „Fehldiagnose“ nur knapp einem potenziell tödlichen Total-Lungenkollaps.

Eigentlich hatte alles harmlos begonnen: Ein Nachmittag in Kaumberg, Lukas Z. (41) räumt nach der Arbeit noch in der Küche zusammen, als es ihm plötzlich „wie ein Stich“ ins Kreuz fährt. Erst nur ein Ziehen, dann ein Druck, der ihm den Atem nimmt. Sein zu Hilfe gerufener Vater Josef ruft sofort die Rettung. Die Sanitäter erscheinen rasch, messen Puls, Sauerstoff, Blutdruck.

Alles wirkt halbwegs stabil. Das EKG zeigt zwar Auffälligkeiten, aber offenbar keine Hinweise auf Lebensgefahr. Zur Absicherung wird telemedizinisch eine Notärztin zugeschaltet. Ihre Ferndiagnose: wahrscheinlich muskulär, Empfehlung „Rückenschule“.

Eine lebensrettende Entscheidung
Doch Josef Z. spürt, dass sich der Zustand seines Sohnes immer mehr verschlechtert: „Lucky konnte kaum noch tief durchatmen und wirkte benommen. Da ist mir mulmig geworden.“ Die lebensrettende Entscheidung des Papas: Er rast mit seinem Sohn ins Spital nach Baden (NÖ). Dort wird binnen Minuten klar, dass der Mann alles andere als ein Routineproblem hat. Die Ärzte reagieren sofort: Röntgen, Monitoring – und plötzlich geht alles schnell.

Gemeinderat Hubert Pelikan links deckte den Fall auf und verlangt Konsequenzen.
Gemeinderat Hubert Pelikan links deckte den Fall auf und verlangt Konsequenzen.(Bild: zVg)

Diagnose: Ein akut lebensbedrohlicher Pneumothorax, eine Luftansammlung zwischen Lunge und Brustwand, die wie ein Einwegventil wirkt und sich mit jedem Atemzug weiter aufbläht und das Atmungsorgan zum Kollabieren bringt. Lukas kommt in den Schockraum.

Ein Notfallteam legt gerade noch rechtzeitig eine Drainage, entlastet den Brustkorb – ein Eingriff, der unverzüglich erfolgen muss, um lebensgefährliche Kreislaufprobleme zu verhindern. „Papa hat mir mein Leben gerettet“, so Lukas.

Rettung riet zunächst zum Hausarzt 
FPÖ-Gemeinderat Hubert Pelikan, zugleich Geschäftsführer des „Medical Air Ambulance Service Austria“ hat sich der Familie angenommen und spricht von „einem Ablauf, der hinsichtlich einer möglichen Fehldiagnose genau durchleuchtet werden muss“. Von telemedizinischen Ferndiagnosen hält er gar nichts.

Rot-Kreuz-Chefarzt Dr. Berndt Schreiner: „Es ist korrekt, dass unser Rettungsteam zu einem Patienten mit Schmerzen gerufen wurde. Die Sanitäter haben sorgfältig alle erforderlichen Untersuchungen durchgeführt und telefonisch den Rat eines Notarztes eingeholt. Wegen der Vorgeschichte – Rückenproblemen – und der damals stabilen Vitalparameter wurde empfohlen, die Beschwerden beim Hausarzt abklären zu lassen.“

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