„Allergische“ Reaktion

Zu lästig? Gemeinde „feuert“ Ragweed-Beauftragten

Burgenland
23.09.2025 08:58

Das Thema Ragweed sorgt in einigen Gemeinden für Aufregung und Ärger – besonders aber offenbar in Oberschützen im Burgenland. Dort wurde der bisherige Ragweed-Beauftragte, der grüne Klubobmann und Gemeinderat Wolfgang Spitzmüller, von dieser Funktion abberufen – mit sofortiger Wirkung.

Bekanntermaßen sind Grundeigentümer im Burgenland verpflichtet, das hochallergene Ragweed von ihren Flächen zu entfernen. Viele tun das auch, aber eben nicht alle. Die Aufgabe der ehrenamtlichen Ragweed-Beauftragten besteht unter anderem darin, Ansprechpartner in den Gemeinden zu dem Thema zu sein.

Ärger bei den Landwirten
Spitzmüller vermutet nun, dass er in seiner Funktion manchen zu „lästig“ war. „Wohl vor allem, weil ich einen Landwirt öfter daran erinnern musste, dass er etwas gegen seine besonders Ragweed-verseuchten Äcker tun muss. Immerhin gibt es eine Vernichtungspflicht“, meint der Grüne. Vor allem Vizebürgermeister Ernst Karner (ÖVP) sei offenbar genervt gewesen.

Enttäuscht von Bürgermeister
Neuer Ragweed-Beauftragter ist nun der Ortsvorsteher von Aschau. „Leider wird das auch vom Bürgermeister gedeckt. Zu verstehen ist es nicht – ich habe meinen Job gewissenhaft gemacht und unzählige Ragweed-Pflanzen auf Wegrändern auch händisch ausgerissen“, sagt Spitzmüller. Wobei er überzeugt ist, dass auch der neue Beauftragte die Aufgabe gewissenhaft erfüllen wird. Von Bürgermeister Hans Unger (ÖVP) zeigt er sich enttäuscht. Bisher habe die Zusammenarbeit eigentlich bestens funktioniert.

Spitzmüller ist nicht mehr Ragweed-Beauftragter in seiner Gemeinde.
Spitzmüller ist nicht mehr Ragweed-Beauftragter in seiner Gemeinde.(Bild: zVg)

Politik mit Ragweed gemacht?
Unger verteidigt hingegen die Entscheidung. Spitzmüller habe aus Sicht des Gemeinderats die Funktion in erster Linie für politische Zwecke genutzt. „Immer wieder war zu hören, dass Anzeigen wegen Ragweed vor allem gegen wenige Einzelpersonen eingebracht wurden, die zufällig auch politische Mitbewerber waren. Das lassen wir uns als Gemeinde nicht gefallen, daher wurde er nun mit sofortiger Wirkung abberufen“, so Unger.

Das Thema Ragweed nehme man sehr ernst. Deswegen habe man die Aufgabe einem Gemeindemitarbeiter mit landwirtschaftlicher Meisterprüfung übertragen. „Er wird den Befall auf öffentlichen Flächen unverzüglich bekämpfen“, erklärt der Bürgermeister.

Folgen durch die invasive Pflanze
Für Spitzmüller ist vor allem wichtig, dass weiter etwas gegen die invasive Pflanze getan wird. Diese kann nicht nur Allergien auslösen, ihre massive Ausbreitung hat auch merkliche Ertragseinbußen in der Landwirtschaft zur Folge.

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