Nach der Signa-Insolvenz und dem damit verbundenen Stopp des Baus von René Benkos Luxus-Kaufhaus „Lamarr“ auf der Wiener Mariahilfer Straße war unklar, wie es mit dem von Signa erworbenen Nachlass der aus Österreich stammenden Hollywood-Schauspielerin Hedy Lamarr weitergeht. Nun ist es dem Filmarchiv Austria gelungen, „diesen vielleicht bedeutendsten Filmnachlass der letzten Jahre“ zu erwerben.
„Mit der Übernahme dieser einzigartigen, aus über 800 Objekten bestehenden Sammlung verbindet das Filmarchiv Austria den Auftrag, diesen Bestand wieder in einen kulturellen Kontext einzubetten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen“, wird Filmarchiv-Direktor Ernst Kieninger in einer Aussendung zitiert.
Kaufpreis bleibt geheim
Der ideelle Wert des Nachlasses könne nicht hoch genug eingeschätzt werden. Der Kaufpreis für den Nachlass aus der Insolvenzmasse sowie sämtliche Domains und Markenrechte liege „deutlich unter jenem, den seinerzeit das Jüdische Museum und in weiterer Folge die Signa Holding bezahlt haben“, heißt es, ohne konkret auf den Kaufpreis einzugehen.
Der Nachlass Hedy Lamarrs werde „die bis dato größte und auch prominenteste Einzelsammlung“ im Filmarchiv bilden, wie es heißt. Nach der physischen Übernahme werde die fachgerechte Neuaufstellung der Sammlung in der Filmarchiv-Zentrale im Wiener Augarten in die Wege geleitet.
In Zusammenarbeit mit der Familie und Danielle Spera, die sich seit Langem um einen dauerhaften Verbleib des Lamarr-Nachlasses in Wien bemüht habe, sollen neue Ausstellungs- und Präsentationsprojekte entwickelt werden. Bereits 2026 ist geplant, einen Teil des Nachlasses in den Ausstellungsräumlichkeiten des vom Filmarchiv Austria betriebenen METRO Kinokulturhauses zu präsentieren.
Rekordforderung auch in Unternehmerinsolvenz
Was den gefallenen Immobilienjongleur René Benko selbst angeht, so sieht sich der nach wie vor in U-Haft sitzende Pleitier auch in seiner Insolvenz als Unternehmer mit Rekordschulden konfrontiert, wenn es nach der Höhe der Forderungsanmeldungen geht, die sich auf 2,7 Milliarden Euro belaufen. Das berichtete das ORF-Radio am Mittwochabend unter Berufung auf den Gläubigerschutzverband Creditreform. Anerkannt seien bisher aber nur Forderungen in Höhe von 47 Mio. Euro, während Benko angebe, über Eigenmittel von 300.000 Euro zu verfügen.
Die höchsten Forderungsanmeldungen gebe es aus Abu Dhabi – wir berichteten. Dort hatte Benko Investoren gefunden. Er war 2019 auch einmal Teil einer offiziellen Delegation dort unter dem damaligen Bundeskanzler Sebastian Kurz.
Finanzamt will acht Millionen Euro
Aber auch der Staat will Geld zurück: Das Finanzamt fordere 8 Mio. Euro, die Gesundheitskassa 31.000 Euro. Ein regionaler Tourismusverband wiederum hat rund 1000 Euro angemeldet, für Telefon- und/oder Internetrechnungen seien es 1300 Euro. Ein Insolvenzverfahren, in dem eine Einzelperson mit Forderungsanmeldungen in der Höhe von 2,7 Mrd. Euro konfrontiert gewesen sei, habe es in der heimischen Wirtschaftsgeschichte bisher noch nicht gegeben, sagte Gläubigerschützer Gerhard Weinhofer. Bleibt es bei der angegebenen Eigenmittelhöhe, wird am Ende wenig zu holen sein.
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