2200 Euro Schulkosten

Eltern ächzen unter den enormen Zusatzausgaben

Wien
14.08.2025 20:29

Zum Start ins neue Schuljahr schnellen die Kosten in die Höhe. Für manche Familien wird der Einkauf zur finanziellen Zerreißprobe, Preisunterschiede von bis zu 100 Prozent verschärfen die Lage. Das raten jetzt Experten ...

Hefte, Stifte, Malkasten, Schultasche – was nach einer überschaubaren Einkaufsliste klingt, reißt zum Schulstart oft tiefe Löcher ins Familienbudget. Laut einer aktuellen Erhebung der Arbeiterkammer Wien kostet schon ein einfaches Startpaket zwischen 100 und 300 Euro.

Preisvergleich lohnt sich
Die AK nahm von 7. bis 14. Juli 53 gängige Markenprodukte unter die Lupe – sowohl online als auch in den Filialen mehrerer Handelsketten. Das Ergebnis: Je nach Händler kostet derselbe Artikel teils doppelt so viel. Der UHU-Klebestift (40 g) ist bei einem Händler in Aktion um 2,49 Euro zu haben, bei einem anderen hingegen um 4,99 Euro. Die Filzstifte „Power“ von Stabilo (12 Stück) kosten einmal 3,99 Euro, in einem anderen Laden 6,59 Euro – ein Aufschlag von mehr als 65 Prozent. Selbst bei Tintenlöschern oder Malfarben liegen die Unterschiede oft bei über 50 Prozent.

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Die Teuerung hat hier kein neues Problem aufgezeigt, sondern ein altes verschärft.

Martin Schenk, Sozialexperte der Diakonie Österreich

(Bild: Krone KREATIV)

Kosten von über 2200 Euro pro Jahr
Ein Schuljahr kostet schnell über 2200 Euro pro Kind – und das ohne Nachhilfe. Das rechnet Martin Schenk, Sozialexperte der Diakonie Österreich, vor. Laut Schulkostenstudie entfallen auf Elternbeiträge und Selbstbehalte 177 Euro, auf fachspezifisches Material 218 Euro, auf Nachmittagsbetreuung im Schnitt 1790 Euro. Verpflegung schlägt sich mit 447 Euro zu Buche. Wer kostenpflichtige Nachmittagskurse bucht, zahlt im Schnitt 653 Euro, bei Sonderförderbedarf sogar 1119 Euro zusätzlich. Besonders deutlich zeigt sich die Schieflage bei der Lernunterstützung. 25 Prozent der Schüler hätten Nachhilfe gebraucht, bekamen aber keine – in den meisten Fällen aus Kostengründen. Für private Lernhilfe geben Eltern inzwischen rund 750 Euro pro Kind und Jahr aus. „Die Teuerung hat hier kein neues Problem geschaffen, sondern ein altes verschärft“, sagt Schenk.

Sammelbestellungen als Sparpotenzial für Familien 
Die AK rät, Preise zu vergleichen, Aktionen zu nutzen und auf langlebige Produkte zu setzen – billigere Stifte etwa trocknen schneller aus. Umweltfreundliche, wiederbefüllbare Artikel oder Recyclingpapier seien oft nicht nur nachhaltiger, sondern auf lange Sicht günstiger.
Schenk plädiert dafür, dass Schulen Materialien gesammelt einkaufen, um Mengenrabatte zu erzielen. Außerdem solle aus bestehenden Fördertöpfen ein „Schulausgleichsfonds“ entstehen, der Ausflüge und Projekte für einkommensschwache Familien mitfinanziert.

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