Die Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon ist um drei Wochen verlängert worden. Das teilte US-Präsident Donald Trump nach einem Treffen von Vertretern Israels und des Libanons mit. Die Hisbollah bezeichnete die Feuerpause allerdings als „bedeutungslos“. Tatsächlich hat Israels Armee am Freitag wieder den Süden des Landes angegriffen.
Dabei wurden laut israelischen Angaben zwei Mitglieder der Hisbollah-Miliz getötet. Beide seien bei einem Angriff auf ein Haus im Südlibanon ums Leben gekommen, hieß es aus libanesischen Sicherheitskreisen. Die Attacke sei eine Reaktion auf Raketenbeschuss der Hisbollah, teilte Israels Militär am Freitag mit. Man habe militärische Anlagen ins Visier genommen. Grundsätzlich darf sich Israel laut der aktuellen Vereinbarung gegen geplante, unmittelbar bevorstehende oder andauernde Angriffe verteidigen.
Auch die Hisbollah habe das Recht, auf israelische Angriffe zu reagieren, hieß es in der ersten Stellungnahme der Miliz nach Verlängerung der Waffenruhe. Überhaupt sei die Vereinbarung „bedeutungslos“, meinte der Hisbollah-Abgeordnete im libanesischen Parlament, Ali Fayyad. Ohne eine Verlängerung wäre die Waffenruhe am späten Sonntagabend ausgelaufen. Ziel ist es, die seit mehr als sieben Wochen andauernden Kämpfe zu beenden.
Die Vereinigten Staaten werden mit dem Libanon zusammenarbeiten, um ihm dabei zu helfen, sich vor der Hisbollah zu schützen.
US-Präsident Donald Trump
„Beirut hat kein Druckmittel“
Eine Herausforderung bei den Verhandlungen ist wohl, dass die US-Regierung diese mit Vertretern der libanesischen Regierung führt, nicht mit der Hisbollah direkt. „Die libanesischen Behörden treten in Verhandlungen, ohne irgendein Druckmittel zu haben“, sagte der hochrangige Hisbollah-Funktionär Mahmud Komati. „Die Vereinigten Staaten werden mit dem Libanon zusammenarbeiten, um ihm dabei zu helfen, sich vor der Hisbollah zu schützen“, sagte US-Präsident Donald Trump wiederum. Er werde demnächst den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu und den libanesischen Präsidenten Joseph Aoun empfangen.
Israels Regierung strebt laut Netanyahu ein dauerhaftes Friedensabkommen mit dem Libanon sowie eine Entwaffnung der Hisbollah an. Die libanesische Regierung will eine dauerhafte Waffenruhe und einen Abzug der israelischen Streitkräfte aus dem Süden des Landes erreichen. Die Hisbollah weigert sich bisher aber, die Waffen abzugeben, und Israels Truppen sind seit eineinhalb Jahren im südlichen Libanon stationiert – bisher ohne Aussicht auf einen raschen Abzug. Ein umfassendes Friedensabkommen ist deshalb fraglich.
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