Das Land Kärnten hat große Geldprobleme, der Schuldenberg wuchs im Jahr 2024 erneut an. Sparvorschläge im Gesundheitsbereich kommen in den Krankenanstalten nicht besonders gut an.
304,28 Jahre: So lange müssen wir Kärntner noch die aktuellen Schulden abbezahlen – vorausgesetzt der Schuldenberg wächst nicht noch weiter. Immerhin waren es 2023 noch rund 50 Jahre. Eins ist jedenfalls klar: Reformen, Sparmaßnahmen und kluge Investitionen sind schon lange fällig.
Gewisse Sparvorschläge, die der Landesrechnungshof in seinem Bericht zum Rechnungsabschluss 2024 machte und medial veröffentlichte, stoßen allerdings auf scharfe Kritik. Etwa Maßnahmen im Gesundheits- und Pflegebereich. Immerhin ist der Abgang der Landeskrankenanstalten von rund 286 Millionen (2022) auf 364 Millionen (2024) angestiegen. Unter anderem sind dafür auch die enormen Personalkosten aufgrund der hohen Gehaltsabschlüsse verantwortlich. Durch die Zusammenlegung von Abteilungen und der Konzentration verschiedener Leistungen an den unterschiedlichen Standorten könnten laut Rechnungshof auch Nachtdienste und dadurch ein zweistelliger Millionenbetrag gespart werden.
„Gesundheit ist keine Rechenaufgabe“
Ein „brandgefährlicher“ Vorschlag, wie SPÖ-Landtagsabgeordneter und Zentralbetriebsratsvorsitzender der KABEG Maximilian Rakuscha findet. „Vergangene Woche wurde viel über die finanzielle Lage des Landes Kärnten berichtet. Die Rede war sogar davon, Nachtdienste in unseren Krankenhäusern zu streichen, um einen zweistelligen Millionenbetrag zu sparen. Auf Kosten der Sicherheit unserer Patientinnen und Patienten? Ganz ehrlich? Das ist brandgefährlich – und inakzeptabel.“
Die Zitrone ist ausgepresst! Alles, was nun noch gespart werden soll, gefährdet die hohe Qualität unserer Gesundheitsversorgung.
Maximilian Rakuscha, Betriebsrat Kabeg
Laut Rakuscha hätte die Kabeg bereits massiv in der Verwaltung eingespart und sei der kostengünstigste, öffentliche Krankenanstaltenbetreiber: „Der Selbstfinanzierungsgrad der Kabeg liegt bei 77 Prozent, das sind 15 Prozent mehr als bei Privatspitälern – außerdem wurde die Ausgabenobergrenze im Jahr 2024 deutlich unterschritten“, rechnet Rakuscha vor. „Gesundheit ist keine Rechenaufgabe – sie ist eine Verpflichtung. Wer im Ernst vorschlägt, Nachtdienste zu reduzieren, hat entweder die Realität im Spital nie gesehen – oder blendet sie bewusst aus“, schießt Rakuscha scharf zurück.
Aber gibt es wirklich kein Einsparungspotential mehr? „Die Zitrone ist ausgepresst!“ Der Aufsichtsrat der Kabeg hat vor wenigen Monaten einen Konsolidierungspfad für rund 10 Millionen Euro beschlossen: „Alle weiteren Einsparungen gehen auf Kosten der Qualität unserer Gesundheitsversorgung!“
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