Theater KuKuKK überzeugt bei Premiere: Zwischen Influencer-Welt und Identitätssuche entfaltet sich in den Kammerlichtspielen ein satirischer, unterhaltsamer Theaterabend.
„Das Leben ist wie das Wetter – man kann es nicht kontrollieren, sondern nur annehmen“ – oder doch nicht? Das Theater KuKuKK seziert in seiner neuesten Produktion „Liv, Love, Laugh Strömquist“ das moderne Streben nach Glück, Selbstoptimierung und die schnelllebige Influencer-Welt, die ihrem Publikum die vermeintlich beste Lebensweise indoktrinieren möchte.
Sarah Rebecca Kühl setzt auf ein solides Regiekonzept, basierend auf den Werken der schwedischen Autorin Liv Strömquist, die mit ihren feministischen Comics bereits mehrere Preise gewonnen hat.
Homogenes Ensemble wirbelt über die Bühne
Wie aus einer Graphic Novel herauskatapultiert, singt, spielt und wirbelt das wunderbar homogene Quartett über die Bühne. Mathias Krispin Bucher, Sabine und Michael Kristof-Kranzelbinder sowie Nicole Radeschnig schlüpfen in 90 Minuten in abstruse, bevormundende Influencerfiguren, was stellenweise durchaus der beängstigenden Realität entspricht.
Jeder der vier Akteure erlebt dabei seinen ganz persönlichen Höhepunkt und wechselt gekonnt zwischen überzeichneten Figuren und ehrlichen Momenten. Der Smoothie-Standmixer spuckt bedeutungsschwangere Wunschvorstellungen einer perfekt getrimmten Welt aus – oft jedoch mit bitterem Nachgeschmack.
Ein unterhaltsamer, satirischer Theaterabend
Das mit Klangteppichen durchzogene Stück (Musik: großartig, Krispin Bucher) springt zwischen Beatbox, Chor und eindringlicher Klavieruntermalung. Nach dem Motto „schneller, höher, weiter“ holt Kühl das Ensemble in slapstickartiger Manier aus dem Comicbuch auf die Bühne – manchmal vielleicht etwas zu hoch.
Ein kleines Rädchen mehr Ruhe hier und eine Schraube weniger an Grimassen dort würden dem Stück spürbar mehr Balance verleihen. Ein satirischer, komischer Abend, der zugleich nachdenklich stimmt und einer, der noch nach Hause, bis zum nächsten Griff zum Handy, nachhallt.
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