Koralmbahn als Chance

Kärnten soll nicht „Florida Österreichs“ werden

Kärnten
09.07.2025 18:45

In Kärnten wird die Bevölkerung in naher Zukunft wohl schrumpfen, während die anderen Bundesländer wachsen. Die Gründe liegen zwar auch in der gesellschaftlichen Struktur, sind aber großteils hausgemacht. Eine neue Studie wirft Licht auf die großen Problemfelder.

„Bis 2050 droht in Kärnten ein Rückgang von zwölf Prozent bei den 15- bis 29-Jährigen“, malt Eva Wutte, Landesgeschäftsführerin Junge Wirtschaft Kärnten, ein düsteres Bild. „Das ist besonders bitter, weil alle anderen Bundesländer ein Bevölkerungsplus verzeichnen. Aber mit geburtenschwachen Jahrgängen kämpfen alle.“

Eva Wutte, Geschäftsführerin Junge Wirtschaft, und WK-Vizepräsidentin Nika Basic, ...
Eva Wutte, Geschäftsführerin Junge Wirtschaft, und WK-Vizepräsidentin Nika Basic, Landesvorsitzende Junge Wirtschaft, präsentierten eine Studie zur Abwanderung der Jugend.(Bild: Felix Justich)

Überalterung droht in Kärnten
Grund ist die starke Abwanderung – dafür wurde nun eine Studie in Auftrag gegeben. Insgesamt wurden im Frühjahr 206 junge Menschen befragt, wie sie den Standort Kärnten beurteilen. „Es ist ein breiter Querschnitt durch die Bevölkerung. Besonders frustrierend ist, dass rund 40 Prozent mit den Standortfaktoren in Kärnten unzufrieden sind“, erklärt Wutte. „Besonders die Mobilität ist ein großes Hindernis, auch Wohnen wird als zu teuer empfunden.“

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Die mangelnde Branchenvielfalt ist ein großes Thema, auch gibt es aus Sicht der Jugend wenig gute Arbeitgeber.

Eva Wutte, Landesgeschäftsführerin Junge Wirtschaft Kärnten

Schon bei Befragten im Schulalter ist das Problembewusstsein stark ausgeprägt – das erhöht die Gefahr, dass es diese dann auch in die Ferne zieht. „Besonders überrascht hat uns, wie schlecht das Freizeit- und Kulturangebot bewertet wird. Dabei gilt das als eine unserer Stärken“, so Wutte. „Erst ab einem Alter von 35 Jahren steigt bei den Befragten die Zufriedenheit wieder.“ Sie warnt davor, dass Kärnten in Zukunft das „Florida Österreichs“ werden könnte – in diesem US-Staat verbringen viele ihren Ruhestand.

12 Prozent

Bevölkerungsrückgang bei 15- bis 29-Jährigen wird für Kärnten bis 2050 prognostiziert. Das wird noch durch die Abwanderung befeuert.

Wenig Jobalternativen, mögliche Schritte
Kritisch sehen Befragte auch die Kärntner Jobsituation. „Wenn es wenig Auswahl gibt, erschwert das einen Wechsel, drückt Löhne“, so Wutte. Passend das Zitat eines Physikstudenten: „Für mich gibt es genau drei Möglichkeiten, Halbleiter bei Infineon, selber gründen oder in einem fachfremden Beruf arbeiten.“

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Wir brauchen mehr wirtschaftsrelevante Studienrichtungen und mehr Bildungs-Kooperationen mit Unternehmen.

Nika Basic, WK-Vizepräsidentin

Die Ergebnisse der Studie, die zusammen mit UNIFORCE erstellt wurde, werden aber auch für mögliche Maßnahmen herangezogen. „Egal ob Stadt oder Land, die Koralmbahn muss erreichbar sein. Dazu müssen Bahnhöfe zu Mobilitätszentren werden“, fordert Nika Basic, WK-Vizepräsidentin. „Leider wird in der Politik fast nur gestritten, die Chance einfach nicht wahrgenommen.“ Bahnhöfe könnten laut Basic echte Lebenszentren werden – mit „Co-working, Fitnesscenter, aber auch Wohnraum“.

Auch sonst müsse mehr leistbarer Wohnraum geschaffen werden. „Aber nicht nur Miete, auch für Eigentum, damit wieder junge Menschen zurückkommen können“, so Basic, die einen „Rückkehrbonus“ vorschlägt. „Zusätzlich braucht es ein ganzjähriges, attraktives Freizeitangebot. Dazu zählt auch ein Hallenbad in Klagenfurt.“

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