Nerven behalten. „Jetzt hat uns die den Schas gewonnen!“ – der spontane Ausruf von ORF-Song-Contest-Moderator bei Conchita Wursts ESC-Triumph 2014 ist längst legendär und gehört zum allgemeinen österreichischen Zitate-Schatz (und wurde am Sonntag von der hochseriösen „Frankfurter Allgemeinen“ auch wieder aufgewärmt. Im ersten Interview nach seinem Sieg in Basel knüpfte der 23-jährige Johannes Pietsch kurz nach ein Uhr in der Nacht auf Sonntag an das Knoll-Zitat an. In seiner Euphorie richtete er den Österreichern aus: „Leitln, wir ham den Schas g´wonnen. I bring´s ham.“ Auch wenn nicht wenige über den Song Contest die Nase rümpfen mögen: So wie Andi Knoll weiß auch JJ, dass die Veranstaltung mit ihrer enormen Außenwirkung alles andere als ein „Schas“ ist. Ein Sieg beim Wettsingen – ein Riesending, gerade für ein sängerisches Ausnahmetalent wie Countertenor Johannes Pietsch. Da freut sich auch Staatsoperndirektor Bogdan Roščić, der gratulierte: „Von der Zauberflöte zum Song-Contest-Sieg. So eine Geschichte findet auch nur in Österreich statt. Aber wer auf der Bühne der Wiener Staatsoper die Nerven behält, meistert eben auch einen Auftritt vor 150 Millionen Menschen.“ Ein meisterlicher Senkrechtstarter, angekommen im internationalen Blickfeld.
Verschmitzter Grinser. JJ – seit Sonntag, 0.59 ein Star, Leo XIV. nur ein paar Tage länger. Darf man die beiden Newcomer miteinander vergleichen? Nein, natürlich nicht. Auch wenn man versucht sein könnte, Parallelen zu finden. Beide sind sie Senkrechtstarter, die man noch vor kurzem nicht kannte, beide kommen beim Publikum gut an. Aber das wär´s dann wohl auch schon… Robert Prevost, den nun seit eineinhalb Wochen die Welt als Leo XIV. kennt, hat, wie auch seine Amtseinführung gestern bewies, in Windeseile die Herzen der Menschen erobert – 250.000 waren auf dem Petersplatz dabei. Wie auch unsere Sonderreporter Imre Antal und Lukas Luger, der bereits vom Franziskus-Begräbnis wie vom Konklave samt ersten Leo-Auftritten in Rom berichtet hatte. Luger schreibt heute in der „Krone“: „Der lange als spröde verschriene US-Amerikaner wächst sichtbar in seine Rolle als öffentlichkeitswirksames Gesicht der Kirche hinein. Ein verschmitzter Grinser hier, ein freudiges Winken da – kleine Gesten mit großer emotionaler Wirkung.“ Emotionale Wirkung – das macht es aus. Nicht nur beim Papst…
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