Vier Jahre Gefängnis für Karl-Heinz Grasser: Das war auch für seinen Strafverteidiger ein Schock. Mit Conny Bischofberger spricht Staranwalt Manfred Ainedter über einen jahrzehntelangen Kampf, Zweifel am Rechtsstaat und das menschliche Drama hinter dem Monsterverfahren.
Er hat Rainhard Fendrich im Kokain-Prozess vertreten, Polizeihofrat Ernst Geiger in der Saunaaffäre freigeboxt und eine Frau, die ihren Mann mit 57 Messerstichen getötet hat, vor dem Häfen bewahrt. Manfred Ainedter hat sich eigentlich mit „lupenreinen Freisprüchen“ einen Namen gemacht. Sein Blick ist nachdenklich, als wir uns drei Tage nach dem Urteil des OGH in seiner Kanzlei im zweiten Wiener Gemeindebezirk treffen.
Der Strafverteidiger sitzt vor einem Bild der Gefängnisinsel in St. Petersburg des Künstlers Eduard Angeli, grau in grau. Es passt ziemlich gut zur Stimmung, denn sein prominenter Mandant, der ehemalige Finanzminister Karl-Heinz Grasser, muss schon bald ins Gefängnis.
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