Mit einer kryptischen Ankündigung hat Christian Wehrschütz ein Gerücht befeuert, das sich trotz Dementis seit Jahren hartnäckig hält. Es werde am letzten Tag seiner Tätigkeit als ORF-Kriegsreporter noch „eine große Überraschung“ geben, erklärte er im „Krone“-Interview. Jetzt lüftet er das Geheimnis.
Nach 27 Jahren als ORF-Auslandskorrespondent für den Balkan und die Ukraine endet für den bekannten Kriegsreporter Ende Oktober ein Lebensabschnitt. Christian Wehrschütz geht in Pension und betont, dass es keine freie Mitarbeit für den ORF mehr geben werde. „Aber es gibt ein Leben nach dem ORF und das beginne ich jetzt!“
Im „Krone“-Interview sprach Wehrschütz über seine Heimkehr und Pläne. Und ließ mit einer Ankündigung aufhorchen. „Auf meinen sozialen Netzwerken haben wir für den 31. Oktober noch eine große Überraschung geplant!“
„Damit meint er doch seine Kandidatur für das Amt des Bundespräsidenten!“ Das schrieben „Krone“-Leser als Reaktion und wollten wissen, ob sie damit Recht haben. Wir haben bei Wehrschütz nachgefragt. Was wird also am 31. Oktober passieren?
„Es ist Zeit zu gehen“: Etwa in die Hofburg?
„Es hat mit der Hofburg überhaupt nichts zu tun“, winkt dieser ab und lüftet das Geheimnis. In seinem Buch „Heimkehr“, das ab Dienstag in den Buchhandlungen erhältlich ist, befindet sich ein QR-Code. Wer ihn anklickt, kommt zu einem Hit der deutschen Rock-Pop-Band „Unheilig“ aus dem Album „Gipfelstürmer“. Der vierminütige Ohrwurm „Es ist Zeit zu gehen“ ist mit Video-Sequenzen von Christian Wehrschütz unterlegt.
Vier Minuten lang sieht man den Korrespondenten bei Interviews mit Staatspräsidenten, an der Front, beim Drohnen-Abschießen, bei Familien zuhause, in Krankenhäusern und Schulen, und immer wieder im Auto mit seinem Kamerateam, auf dem Weg zum nächsten Schauplatz. „Das ganze war übrigens eine Idee der besten aller Ehefrauen, um Ephraim Kishon zu zitieren“, so Wehrschütz.
Das ORF-Urgestein ist seit mehr als zwei Jahren immer wieder als Hofburg-Kandidat der FPÖ im Gespräch. In einem Interview vor sieben Monaten nahm Wehrschütz ausführlich dazu Stellung. Es habe niemand mit ihm geredet, beteuerte er.
Ein Satz sorgte damals für Aufsehen. Angesprochen auf die umstrittene Ukraine-Hilfe stellte Wehrschütz klar, dass es dazu „keine Alternative“ gebe: Der Grund: „Wir können uns den Zusammenbruch der Ukraine schlicht nicht leisten. Eine unabhängige Ukraine ist ein Sicherheitsschild für die Staaten Ostmitteleuropas, vom Baltikum bis zu Polen, die nebenbei ja auch EU-Mitglieder sind und damit also auch mit Österreich zutiefst verbunden sind“.
Abgesehen davon ist die Bundespräsidentenwahl einfach noch viel zu weit weg. „Nächstes Jahr bin ich ausgebucht mit meinen Kulturreisen, nebenbei habe ich medial viel vor.“ Die Politik komme deshalb in seiner Lebensplanung aktuell nicht vor.
Und was wäre, wenn doch jemand auf ihn zukommen sollte? „Dann wird sich der Familienrat zusammensetzen und gemeinsam darüber beraten“. Im Interview vor sieben Monaten hatte das noch so geklungen: „Meine Enkelin ist jetzt zehn Jahre alt, sie kann also schon mitreden. Sollte sie Austria‘s First Grand Daughter werden wollen, dann würde ich mich dieser Herausforderung möglicherweise stellen.“
Klingt nicht danach, als würde er es prinzipiell ausschließen. „Prinzipiell schließe ich gar nichts aus“, lacht Wehrschütz, aber erst einmal wird er heimkehren aus dem Krieg.
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