Genau vor zehn Jahren legte Egon Kapellari sein Amt als steirischer Diözesanbischof nieder. Ihm folgte Wilhelm Krautwaschl nach – und braucht womöglich bald selbst einen Nachfolger. Denn er ist weiterhin in der Favoritenrolle für die Kardinalswürde.
Genau vor zehn Jahren, im Jänner 2015, war es, dass Egon Kapellari den Bischofsstab endgültig in die Ecke stellte. Er wollte nicht mehr – sein jahrelanges Bitten auf gesundheitsbedingte Abberufung war von Papst Benedikt XVI. nicht erhört worden. Zum 75. Geburtstag hatte Kapellari seinen Rücktritt eingereicht, dennoch blieb er vier weitere Jahre im Amt. Zu seinem Nachfolger wurde mit Wilhelm Krautwaschl ein Überraschungskandidat gekürt: Er fand sich zwar auf dem Dreiervorschlag an den Papst, doch waren ihm nur wenige Chancen eingeräumt worden, tatsächlich das höchste steirische Kirchenamt zu bekleiden.
Nach zehn Jahren im Amt könnte Krautwaschl heuer die Karriereleiter ein weiteres Mal nach oben klettern: Wie die „Krone“ bereits vor Monaten erstmals berichtete, findet sich der gebürtige Hartberger in der Favoritenrolle auf die Nachfolge von Christoph Schönborn als Wiener Erzbischof und gleichzeitig Kardinal. Am Samstag zelebriert der in wenigen Tagen 80-Jährige im Stephansdom seine Abschiedsmesse nach 30 Jahren im Amt. Krautwaschl wäre prädestiniert dafür, dessen kirchliches Erbe zu übernehmen, schließlich gilt er als weltoffen, spielt perfekt auf der Klaviatur der sozialen Medien und ist in der Bevölkerung beliebt.
Aber auch ein weiterer Steirer hat beste Chancen für Wien: Hermann Glettler, soeben 60 geworden, aktuell Bischof der Diözese Innsbruck. Ein Stolperstein für ihn könnten allerdings seine mitunter kritisch gesehenen Kunstprojekte werden – streng konservativen Kirchenkreisen ist Glettler ein Dorn im Auge. Es bleibt also spannend.
Einen spannenden Montag mit Ihrer „Krone“!
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