Einer in Salzburg lebenden Deutschen (41) wirft die Staatsanwaltschaft beim Prozess am Dienstag versuchten Mord vor: Sie soll ihren damaligen Partner (33) ein Klappmesser in den Unterbauch gestochen haben. Doch die Frau sei selbst Opfer gewesen, berichtet sie den Geschworenen von mehrfachen Gewaltangriffen.
Eine deutsche Frau (41) mit strafrechtlich weißer Weste sitzt am Dienstag vor den acht Geschworenen im Salzburger Landesgericht. Versuchter Mord wird ihr vorgeworfen. Sie soll ihren syrischen Ex-Freund (33) versucht haben, mit einem „kräftigen Stich“ durch ein Klappmesser in den Unterbauch zu töten. Das wirft ihr der Staatsanwalt vor. Doch der Verteidiger sagt zu den Geschworenen: „Sehen Sie die Angst, die die Angeklagte in dem Moment empfand. Sie wusste, wie gefährlich er ist.“
Angeklagte erzählte von Gewalt
Die 41-Jährige war – offenbar schon mehrfach – Opfer von Gewaltattacken des 33-Jährigen. Kennengelernt hatten sie sich Ende 2023. „Im Mai 2024 hat er mich das erste Mal zusammengeschlagen“, erzählt die Angeklagte. Im August ein weiteres Mal – das Spital hat Anzeige erstattet. Und im Vorjahr wurde der 33-Jährige wegen schwerer Körperverletzung verurteilt. Es gab sogar eine Einstweilige Verfügung gegen ihn: „Er hat mich trotzdem gesucht und gefunden.“ Obwohl es Funkstille gab, kam es mit Jahreswechsel 2026 wieder zu Treffen. „Ich habe die Angst verdrängt und es schöngeredet“, erklärt sie das.
Am 13. März folgte dann der blutige Streit – zwei Bekannte waren anwesend. Dabei schlug er zuerst mit der Faust zu. Sie griff zum Messer. „Ich hatte Angst, dass er mich wieder verprügelt“, betont sie. Eine Stichbewegung will sie nicht gemacht haben – vielmehr sei es im Handgemenge passiert.
Die Geschworenen entscheiden am Dienstagnachmittag einstimmig: Freispruch und sofortige Enthaftung der 41-Jährigen. Nicht rechtskräftig.
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