Ein abgetrennter Schweinekopf samt einem Zettel mit „Happy Ramadan ihr Affen“ vor der Tür einer türkischen Familie sorgte im März in Hall in Tirol für Entsetzen. Ein 27-Jährige, der schließlich als Täter ausgeforscht wurde, legte nun vor Gericht ein Geständnis ab.
Der Mann hatte die Tat laut seinem Verteidiger Hansjörg Waizer sowohl bei den bisherigen Einvernahmen als auch vor Gericht eingeräumt. Einen islamfeindlichen oder rassistischen Hintergrund habe es demnach nicht gegeben. Vielmehr sei die Aktion Teil eines jahrelangen Nachbarschaftsstreits gewesen. Zudem sei der 27-Jährige zum Tatzeitpunkt stark alkoholisiert gewesen. „Ich wollte die beiden erwachsenen Familienmitglieder nur ärgern, mehr nicht“, wurde der Beschuldigte zitiert. Die Tat sei spontan und keineswegs geplant gewesen.
Der Freispruch erfolgte, weil für das Gericht nicht feststellbar war, ob die Beleidigung für mehrere, unbeteiligte Personen wahrgenommen werden konnte. Für eine strafrechtlich relevante Beleidigung müsse diese öffentlich erfolgen. Die Richterin bezeichnet die Aktion mit dem Schweinekopf dennoch als „unpassend und befremdlich“.
„Happy Ramadan, ihr Affen!“
Bei dem Vorfall war zudem ein Zettel mit der Botschaft „Happy Ramadan, ihr Affen!“ an die Tür geklebt worden. Der Tatverdächtige wurde schließlich im Juni ausgeforscht. Auf die Spur des Mannes war man laut den Ermittlern unter anderem aufgrund einer Auslobung von 10.000 Euro durch Bürgermeister Christian Margreiter (Für Hall) für den Fall eines entscheidenden Hinweises auf den Täter gekommen. Zudem lagen DNA-Spuren vor. Das Urteil war vorerst nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab.
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