Leonie Philipp hilft Menschen mit Behinderung, einen Partner zu finden. Auch Sexualarbeiter stehen bei der Intimität zur Seite. Wie das machbar ist, welchen Personen die Fachsozialbetreuerin konkret unter die Arme greift und warum sie überhaupt eine Plattform dafür gegründet hat – die „Krone“ hat mit der 30-jährigen Traunerin gesprochen.
„Krone“: Frau Philipp, Sie sind Gründerin des Online-Portals „Liebe mit Handicap“. Wie sind Sie auf die Idee zu einer solchen Plattform gekommen?Leonie Philipp: Grundsätzlich ist das bei mir schon lange ein Thema, weil ich mit einer Mama im Rollstuhl aufgewachsen bin. Als ich 14 war, war sie wieder auf Partnersuche und ich wollte sie dabei unterstützen. Da ist mir das erste Mal aufgefallen, dass es gerade für Menschen mit Behinderung keine Angebote gibt. Dann hab’ ich 2017 die Ausbildung zur Fachsozialbetreuerin gemacht und da ist mir ein Vorfall von einer Nachbarin, die brutal misshandelt und sexuell missbraucht worden war, erzählt worden. Die Frau hatte eine kognitive Beeinträchtigung und wurde für drei Nächte in unserer Einrichtung untergebracht. Sie war nach der Vergewaltigung schwer traumatisiert. Das war ein zusätzlicher Anstoß, sich dem Thema anzunehmen.
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