Österreich erlebt ein zweites Rezessions-Jahr in Folge, die steirische (Automobil-)Industrie hängt in den Seilen, die Arbeitslosigkeit steigt ebenso wie die Verschuldung – doch im Wahlkampf kommt das Thema nur am Rande vor. Eine Fehleinschätzung?
„It‘s the economy, stupid!“ Dieser mittlerweile mehr als 30 Jahre alte Satz aus dem US-Wahlkampf 1992 wird immer wieder gerne zitiert. Das Thema Wirtschaft hat damals Bill Clinton ins Weiße Haus geholfen. Und auch heuer sollen ökonomische Fragen, insbesondere zur Teuerung, Donald Trump den Weg zu seiner fulminanten Rückkehr als Präsident geebnet haben.
Gerade in Krisenzeiten bewegt das Thema Wirtschaft also. Umso erstaunlicher ist es, dass es im steirischen Landtagswahlkampf nicht mehr Raum einnimmt. Gut, gleich mehrere Parteien fordern einen Abbau von Bürokratie und schnellere Genehmigungsverfahren. ÖVP-Landeshauptmann Christopher Drexler will gar alle Landesgesetze auf den Prüfstand stellen.
Die FPÖ plakatiert „Autoland Steiermark“, es liest sich aber in erster Linie als Bekenntnis für Autofahrer und gegen Einschränkungen für diese wichtige Wählergruppe. Die Grünen sehen das Heil vor allem im Ausbau der erneuerbaren Energie, die KPÖ im Schaffen von leistbarem Wohnraum.
Um diesen Einwand vorwegzunehmen: Ja klar, in den Partei- und Wahlprogrammen kommt Wirtschaft sehr wohl vor. Und ja, die Parteien haben zum Teil Pressekonferenzen zu diesem Thema abgehalten. Dennoch bleibt das Gefühl, dass das in erster Linie eine Pflichtübung war. Ein großer Plan, wie die Steiermark gestärkt aus dem derzeitigen ökonomischen Sturm hervorgeht, wie steigende Arbeitslosigkeit, Industrie-Krise und hohe Verschuldung in den Griff zu bekommen sind, ist nicht zu sehen.
Hoffentlich packt die neue Landesregierung dieses Thema rasch an. Denn auch wenn es auf den ersten Blick weniger emotionalisiert wie Leitspital oder A9-Ausbau: Es geht um den Wohlstand von mehr als 1,2 Millionen Menschen in der Steiermark!
Kommen Sie gut durch den Dienstag!
Tipp: Morgen, Mittwoch, um 20.15 Uhr gibt es die große Elefantenrunde zur Landtagswahl auf krone.at, krone.tv und Puls24, moderiert von „Krone“-Chefredakteur Klaus Herrmann und Puls24-Infochefin Corinna Milborn.
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