„Applaus für Donald“

Weißes Haus nutzte Bad-Bunny-Song für ICE-Video

Außenpolitik
01.08.2026 22:59
Porträt von krone.at
Von krone.at

Das Weiße Haus hat mit einem Song des puerto-ricanischen Superstars Bad Bunny ein Video über Einsätze der US-Einwanderungsbehörde ICE unterlegt. Dies stößt in sozialen Netzwerken auf Kritik.

Der Clip zeigt unter anderem Festnahmen von Migranten und ist auf TikTok inzwischen nur noch ohne die Musik des Songs „La MuDANZA“ („Der Umzug“) aus dem Album „DeBÍ TiRAR MáS FOToS“ („Ich hätte mehr Fotos machen sollen“) abrufbar.

Bad Bunny ist bekannter Kritiker der US-Abschiebepolitik
Bad Bunny, der bürgerlich Benito Antonio Martínez Ocasio heißt, gehört als einer der global erfolgreichsten Musiker seiner Generation zu den bekanntesten Kritikern der Abschiebepolitik von US-Präsident Donald Trump. Bei der Grammy-Verleihung im Februar sagte der 32-Jährige: „ICE raus“ („ICE out“). Wegen der Sorge vor möglichen ICE-Einsätzen bei seinen Konzerten verzichtete er bei seiner jüngsten Welttournee auf Auftritte auf dem US-amerikanischen Festland. Auch seine ausschließlich auf Spanisch gehaltene Halbzeitshow beim Superbowl wurde zur politischen Botschaft – Trump kritisierte den Auftritt anschließend scharf.

Bad Bunny bei einem Konzert in Marseille
Bad Bunny bei einem Konzert in Marseille(Bild: AFP/CLEMENT MAHOUDEAU)

Weißes Haus deutet Liedzeile einfach um
Besonders auffällig ist die Verwendung des Songs „La MuDANZA“. Dieser handelt unter anderem von der Rückkehr nach Puerto Rico und der Verbundenheit mit der Heimat. Aus der Liedzeile „Ein Applaus für Mama und Papa, denn sie haben wirklich abgeliefert“ wird im Regierungsclip: „Einen Applaus für Donald J. Trump, denn er hat wirklich abgeliefert“.

Das Kurzvideo löste unterschiedliche Reaktionen aus. Viele Nutzer kritisieren die Verwendung des Songs eines Künstlers, der sich klar gegen die Einwanderungspolitik der Regierung positioniert hat. Andere begrüßten dagegen das Vorgehen der Regierung. Der Bad-Bunny-Fan-Account „Access Bad Bunny“ schrieb auf der Onlineplattform X, man werde die Verwendung des Songs an das Team des Sängers weiterleiten.

Bad Bunny selbst hat sich bisher nicht öffentlich zu dem Video geäußert. Das Weiße Haus unter Trump nutzt soziale Netzwerke häufig für provokante Videos, Memes und populäre Musik. So unterlegte die Regierung ein Video über gesunkene Benzinpreise mit „Gasolina“ („Benzin“) des puerto-ricanischen Reggaeton-Stars Daddy Yankee. In einem anderen Fall protestierte Popsängerin Sabrina Carpenter gegen die Verwendung ihres Songs „Juno“ in einem ICE-Video und bezeichnete das Video als „bösartig und widerwärtig“.

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