Die Arbeit der Feuerwehren ist immer fordernd, aber manche Einsätze bringen die Florianis physisch und psychisch an ihre Grenzen. So wurden sie am Freitag in Klagenfurt für einen heiklen Einsatz von der Bestattung angefordert.
Schon mehrere Tage dürfte der Körper in einer Badewanne im Wasser gelegen sein. „Die Physik hat eine normale Bergung des Leichnams mit Gurten oder einem speziellen Schlauch verhindert“, erklärt Wolfgang Germ von der Berufsfeuerwehr Klagenfurt. „Die Person dürfte knapp 160 Kilogramm gewogen haben.“
Außergewöhnliche Einsätze erfordern außergewöhnliche Maßnahmen.

Wolfgang Germ, Berufsfeuerwehr Klagenfurt
Bild: Uta Rojsek-Wiedergut
Weil weder die Bestattung noch die Polizei für den Einsatz ausgerüstet waren, musste die Berufsfeuerwehr ausrücken. „Drei Leute haben mit schwerem Atemschutz drei bis vier Stunden in der kleinen Wohnung gearbeitet. Jeder hat drei Flaschen Pressluft dabei verbraucht“, so Germ. „Erst mussten sie die Badewanne herausschremmen, dann noch das Fenster vergrößern, damit der Kran die Wanne herausbekommt.“
Der Atemschutz war notwendig, weil der Verwesungsgrad des Körpers schon weit fortgeschritten war. „Die Geruchsbelästigung war im ganzen Straßenzug enorm, nachdem die Badewanne auf einen Lkw verladen war“, beschreibt Wolfgang Germ die Situation weiter. „Das Ganze, wenn es am Abend noch fast 30 Grad hat."
Um mit der psychischen Belastung umgehen zu können, wurden mit den Einsatzkräften am Abend noch Gespräche geführt und nochmals am Samstagmorgen.
„Es gibt auch eine Anlaufstelle im Magistrat Klagenfurt. Es kommt leider immer wieder zu fordernden Einsätzen, wie auf Eisenbahngleisen oder bei der Bergung von besonders schweren Menschen“, so Germ. „Die Bilder wirst du nicht los, die Kollegen sind zum Glück jetzt dann im Urlaub.“
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