Der Holzindustrielle Hans Tilly (89) klagte die Grünen: Seine umstrittene Villa bleibt weiterhin im Naturschutzgebiet Walterskirchen. Der Krumpendorfer Gemeinderat nahm wegen fehlender Gutachten den entsprechenden Punkt zur Bewilligung des Wohnhauses von der Tagesordnung.
Grünen-Landessprecherin Olga Voglauer kämpft vehement um das Naturschutzgebiet auf der Wörthersee-Halbinsel Walterskirchen, obwohl jetzt sogar eine Klage gegen die Partei vom Holzindustriellen Hans Tilly eintraf. Der hatte 2008 auf dem Natura-2000-Gebiet eine Villa errichten lassen, ohne sich an die strengen Auflagen zu halten, weshalb der Bau jetzt als Schwarzbau gilt.
Tilly will sich offenbar im Nachhinein die Genehmigung für die Villa geben lassen. Am Mittwoch hätte der Krumpendorfer Gemeinderat über die Bewilligung abstimmen sollen. Der Punkt wurde von Bürgermeister Gernot Bürger aber von der Tagesordnung genommen, weil noch ein Gutachten fehlen soll.
Vorwurf der Ehrenbeleidigung und Kreditschädigung
„Ein kleiner Erfolg für uns“, sagt die Nationalratsabgeordnete, die sogar ein Gemeinde-Volksbegehren „Naturjuwel Walterskirchen retten“ startet. „Naturschutz zählt, die biologische Vielfalt und der Fischbestand sind auf Walterskirchen schon zurückgegangen.“ Die Klage von Tilly, seiner Gattin und der GmbH sei äußerst umfangreich, der Vorwurf der Ehrenbeleidigung und Kreditschädigung kommt oft vor. Ein Gericht muss in den nächsten Wochen entscheiden.
Ein Vergleich sei den Grünen angeboten worden, sie wollen die Sache aber ausstreiten. „Der Abrissbescheid für die Villa ist da. Alle müssen vor der Behörde gleich sein. Bisher wurde nicht einmal nach einer Alternative gesucht. Ortschef Bürger hat die Klage sogar an alle Gemeinderäte schicken lassen, was beim Thema Datenschutz ein fragwürdiges Vorgehen ist.“
„Walterskirchen ist kein Bauland“
Olga Voglauer stellt klar: „Es gibt keine Widmungsänderung. Walterskirchen ist kein Bauland. Das zusätzliche Haus ist nicht erforderlich. Denn es gibt auf dem Grund bereits ein 400 Quadrameter großes Verwaltungsgebäude.“ Wie es mit der Villa weitergeht, ist offen. Ein Abriss ist unwahrscheinlich. Tillys Rechtsanwalt Geog Eisenberger hat noch viele Rechtsmittel offen.
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