Fr, 17. August 2018

Krieg in Syrien

11.12.2012 11:38

Rebellenpanzer wird mit PlayStation-Controller gesteuert

Im syrischen Bürgerkrieg greifen die Rebellen offenbar auf immer ausgefallenere Selbstbau-Waffen zurück. Jetzt haben die Oppositionellen aus einem ausgedienten Auto einen Panzer gebaut, dessen 7,6-Millimeter-Maschinengewehr sich über einen Bildschirm aus dem Inneren des schweren Gerätes fernsteuern lässt - mit einem PlayStation-Controller. Ein YouTube-Video zeigt das improvisierte Kriegsgerät in Aktion.

Medienberichten zufolge soll ein oppositioneller Ingenieur unweit der Stadt Aleppo das Ungetüm gebaut haben. Etwa einen Monat lang habe er daran geschraubt, Kameras und Panzerung eingebaut und das Ganze dann mit einem TV-Gerät und einem PlayStation-Controller im Inneren ausgestattet. Mithilfe des Gamepads kann das 7,6-Millimeter-Maschinengewehr des syrischen Selbstbau-Panzers ferngesteuert werden.

Die Panzerung des Fahrzeugs besteht aus 2,5 Zentimeter dicken Stahlplatten und soll auch heftigem Beschuss standhalten. Insgesamt habe der Selbstbau-Panzer rund 10.000 US-Dollar gekostet, berichtet das Technik-Magazin "Wired". Wie im Video zu sehen ist, hat das Fahrzeug keine Fenster, sondern wird mithilfe der Außenkameras gesteuert. Die sind sowohl an der Front als auch am Heck des behelfsmäßigen Panzers montiert und liefern den Insassen Bildmaterial vom Kampfgeschehen.

Auch Drogenkartelle aus Mexiko nutzen Selbstbau-Panzer
Der Panzer, den die syrischen Rebellen "Sham 2" getauft haben, ist freilich nicht das erste selbst gebaute gepanzerte Fahrzeug, das im Bürgerkrieg eingesetzt wird. Wohl aber eines der technisch durchdachtesten. Der Vorgänger des Panzers verfügte noch nicht über das mittels PlayStation-Controller steuerbare Maschinengewehr, das die Oppositionellen nun gegen die Assad-treuen Regierungstruppen einsetzen wollen.

Selbstbau-Panzerwagen sind übrigens kein rein syrisches Phänomen. Derartige Fahrzeuge werden beispielsweise auch immer wieder von mexikanischen Drogenkartellen benutzt, berichtet das Magazin. Die Kartelle statten ebenfalls normale Autos mit Stahlplatten aus und verwenden sie als – teils bewaffnete - gepanzerte Mannschaftstransporter.

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