Jetzt auch US-Mutter

Elektroauto-Start-up Fisker ist endgültig pleite

Motor
18.06.2024 08:54

Nach der Pleite der Grazer Tochter ist nun auch das US-Unternehmen insolvent: Das US-Elektroauto-Start-up Fisker hat am Montagabend Insolvenz angemeldet. Zuvor waren Verhandlungen mit einem großen Autobauer gescheitert.

(Bild: kmm)

Anfang Mai war in Graz bereits über die Österreich-Tochter von Fisker ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung eröffnet worden. Nun hat die US-Mutter „Insolvenz nach Chapter 11“ angemeldet, Vermögenswerten von etwa 500 Millionen bis eine Milliarde Dollar (467 bis 934 Millionen Euro) stünden Verbindlichkeiten zwischen 100 Millionen und 500 Millionen Dollar gegenüber, teilte das zuständige Gericht mit.

Fisker hatte das Scheitern der Gespräche mit einem nicht namentlich genannten Autobauer bereits im Februar bekannt gegeben. Reuters hatte von Insidern erfahren, dass der japanische Autobauer Nissan mit Fisker in fortgeschrittenen Verhandlungen über eine Finanzspritze gewesen war.

Das in Los Angeles ansässige Unternehmen, das der dänische Auto-Designer Henrik Fisker gegründet hatte, bekommt seit Längerem zu spüren, dass sich der Vertrieb der Fahrzeuge schwieriger gestaltet als ursprünglich geplant. Dazu kommt die sich allgemein abkühlende Nachfrage nach Elektroautos und der erschwerte Zugang zu Kapital in Zeiten mit höheren Zinsen.

Grazer Tochter mit immensen Rückständen
Die Gesellschaft mit Sitz in Graz hat laut KSV1870 Passiva in der Höhe von unglaublichen 1,34 Milliarden Euro (Buchwert) vermerkt, die Aktiva sollen demnach bei 959 Millionen Euro liegen.

Laut KSV 1870 könne die Antragstellerin die selbst erwirtschafteten Liquiditätszuflüsse aus dem eigenen Geschäft die Zahlungsfähigkeitderzeit nicht aufrechterhalten. Dies wird nicht zuletzt auf einen starken Rückgang der weltweiten Nachfrage nach Elektrofahrzeugen, hohe Zinssätze und Preiskämpfe zwischen verschiedenen Elektroautomobilherstellern zurückgeführt.

47 Dienstnehmer und mehr als 600 Gläubiger 
„Trotz umfangreicher Sanierungsbemühungen waren Fisker US und die Schuldnerin bis dato nicht in der Lage, ausreichend Liquidität zu schaffen“, so die Kreditschützer. 47 Dienstnehmer und mehr als 600 Gläubiger sind betroffen. Fisker lässt bei Magna in Graz das E-Auto „Ocean“ bauen – die Produktion ist aber schon länger gestoppt. Nun folgte das endgültige Aus.

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(Bild: kmm)



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