Ladenhüter

Jeder zweite Nutzer würde Musik-CDs nicht vermissen

Web
23.08.2012 12:34
30 Jahre lang hat die CD den Musikmarkt geprägt, heute ist sie für jeden zweiten Internetnutzer verzichtbar. Das ist das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag des deutschen Hightech-Verbands BITKOM. Nur jedem zweiten Nutzer (51 Prozent) würde die Möglichkeit fehlen, Musik auf CD zu kaufen. Bei den Jüngeren bis 24 Jahren würden lediglich 39 Prozent der CD nachtrauern, in der Altersgruppe über 45 Jahre sind es 57 Prozent.

"Das Musikangebot im Web ist unbegrenzt sowie überall und sofort verfügbar. Die CD hat es in diesem Umfeld immer schwerer", sagte BITKOM-Experte Michael Schidlack. Die CD sei ein Beispiel für die sogenannte Virtualisierung von Produkten der Unterhaltungselektronik: Bestimmte Funktionen oder ganze Produktkategorien werden ins Netz verlagert. Fotoalben, Filmarchive und Musiksammlungen wandern aus den Regalen und Schränken in die Cloud. 

Auch MP3- oder CD-Player würden kaum noch gebraucht. MP3-Dateien könnten heute von allen Smartphones sowie neuen Autoradios, Hifi-Anlagen und Flachbildfernsehern abgespielt werden.

Bessere Klangqualität
Ein weiterer Grund für das abnehmende Interesse an CDs ist dem Verband nach die gestiegene Klangqualität von Audiodateien. Bislang mussten sich Musikliebhaber entscheiden: Entweder setzten sie auf CDs und Schallplatten, deren Klang als Maßstab galt, oder sie luden sich Songs als MP3-Dateien aus dem Internet. Bei diesem Format ist die Klangqualität geringer, da die Dateien stark komprimiert sind.

Doch die neuen hochauflösenden Web-Formate FLAC, AIFF und WMV können die Qualität der CD sogar übertreffen. "Wer großen Wert auf Klangqualität legt, hat mit den neuen Audio-Formaten eine Alternative, die der klassischen CD überlegen ist", so Schidlack.

Lösen Streaming-Dienste MP3s ab?
Derzeit werden CDs und MP3-Dateien auf der Festplatte immer häufiger durch Streaming-Angebote ersetzt, bei denen Songs in der Regel nicht auf dem eigenen Rechner gespeichert, sondern individuell fürs direkte Hören über eine Internetverbindung übertragen werden. 

Streaming stelle für Musikliebhaber ein attraktives Angebot dar, bei dem zudem keine urheberrechtlichen Probleme auftreten würden, sagte Schidlack: "Das Streaming wird den Musikmarkt ebenso revolutionieren, wie es vor 30 Jahren die CD getan hat."

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