11.07.2005 13:14 |

Diebische Hotelgäste

Die Hitliste der geklauten Hotel-Accessoires

Von Radioweckern über Schuhputz-Maschinen: In unseren Hotels wird alles gestohlen, was nicht niet- und nagelfest ist. Krone.at hat in führenden österreichischen Luxushotels nachgefragt und so manch’ kuriose Antwort erhalten... Außerdem: Die Rechte und Pflichten eines Hotelgastes in Österreich und wie es um unsere Ehrlichkeit und Moral steht.

Für Hoteliers ist es keine Überraschung, wenn die Seife fehlt. Zählen doch die kleinen Fläschchen und Päckchen im Badezimmer als inoffizielle Draufgaben und Werbegeschenke - sobald das Shampoofläschchen geöffnet wurde, ist es ohnehin nicht mehr brauchbar.

Anders steht's mit Bademänteln oder Handtüchern: Solche Gegenstände befinden sich im Besitz des Hotels, gehören sozusagen zum Inventar. Es kommt öfter vor, als man denkt, dass der Gast nicht nur die tollen Erinnerungen an das glänzende Service der Hoteliers mit nach Hause nimmt. Leere Handtuchhaken und Betten ohne Bettwäsche sind keine Seltenheit.

Die Hitliste der Diebesbeute
Krone.at wollte es wissen und hat zwölf heimische Hoteliers befragt. Die häufigsten Diebesgüter hierzulande sind Aschenbecher und Handtücher, gefolgt von Bettlaken, Vasen, Gläser, die Bibel, Radiowecker (!), Badezimmer-Inventar (Seifenschalen, Amaturen), sowie Fußabstreifer!

„Das Zimmermädchen hatte nichts mehr zu putzen!“
Mit diesen Worten beschreibt man in einem Tiroler Luxushotel den Verlust sämtlicher Sanitärarmaturen aus einem Badezimmer. Hier erlangt die Dreistigkeit eine unangefochtene Spitze: Der Gast muss mit Rohrzange und Klempnerbegabung zu Werke gegangen sein, um schlussendlich die Messingarmaturen aus dem Badezimmer mit nach Hause nehmen zu können. Wie er oder sie zu Rechenschaft gezogen wurde, wollte man uns nicht verraten.

Alles, was nicht niet- und nagelfest ist!
Besonders heftig wird's, wenn der Gast bei Gegenständen vor der Zimmertür nicht Halt macht. Bei den Wiener Hotelgranden bemerkt man hier zu Weilen das mysteriöse Verschwinden von dekorativem Porzellan wie z.B. Blumenvasen oder andere, dekorative Gefäße. Besonders unheimlich erging es dem Salzburger Fünf-Sterne-Hotel Sheraton: Dort wurde die schwere und teure Schuhputzmaschine aus dem Herrenklo entwendet.

Ein Tiroler Hotelier berichtet von einem mehrere tausend Euro wertvollen Bild, das aus dem Flur im Koffer eines Klienten abgereist ist. Auch die Silberschalen mit getrockneten Rosen in der Lobby seines Hotels gingen wörtlich "wie die warmen Semmeln".

Hohe Strafen für Hotel-Diebe
Die Hoteliers scheuen dann aber nicht davor zurück, den Wert der geklauten Sachen auch wieder einzufordern. Name und Adresse besitzt man im Regelfall ja. Sollte eine Reaktion ausbleiben, kann das Hotel den Diebstahl ohne weiteres zur Anzeige bringen, was auch leider regelmäßig geschehen muss.

Wie die Hotels wieder Herr der Lage werden
Es gibt unterschiedliche Strategien, der gnadenlosen Zimmerplünderung entgegenzuwirken. Manch' einer belässt die Ausstattung des Hotelzimmers auf Minimalebene oder befestigt die Einrichtung dementsprechend diebstahlsicher.

Dass man aber auch andere Wege gehen kann und seinen Kunden die Versuchung erspart, zeigt das Wiener 5-Sterne-Hotel Le Meridien: Hier hat jeder Gast die Möglichkeit, beinah’ die gesamte Zimmereinrichtung zu kaufen. Preislisten befinden sich in jedem Zimmer. In der Direktion des Le Meridien ist man sich seines Weges jedenfalls sicher und spricht aus guter Erfahrung, mit diesem Konzept erfolgreich zu sein...

Sonntag, 13. Juni 2021
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