Einbrecher erschossen

So kann es zu neuem Prozess um Wolfgang W. kommen

Salzburg
28.07.2026 14:14
Porträt von Salzburg-Krone
Von Salzburg-Krone

Die Staatsanwaltschaft hat nun Nichtigkeitsbeschwerde gegen den Freispruch eines 66-jährigen Salzburgers angemeldet, der im Juli 2025 einen Einbrecher mit einer Pistole in den Hinterkopf geschossen und getötet hat ...

Der Salzburger war wegen Mordes angeklagt, am 11. Mai 2026 jedoch von einer Geschworenenjury freigesprochen worden. Falls der Oberste Gerichtshof (OGH) der Beschwerde stattgibt, käme es zu einem neuen Prozess.

Notwehr wurde anerkannt
In dem Verfahren hatten die acht Geschworenen einstimmig einen Mord verneint. Mit 4:4 Stimmen – und damit zugunsten des Angeklagten – stimmten sie auch einer absichtlich schweren Körperverletzung mit Todesfolge nicht zu. Vielmehr bejahten die Laienrichter eine Körperverletzung mit tödlichem Ausgang – verübt in gerechtfertigter und damit straffreier Notwehr.

Geschworenenverfahren fast unbekämpfbar
Der Verteidiger des Mannes hat jetzt vier Wochen Zeit für eine Gegenäußerung. Bei einer Nichtigkeitsbeschwerde gegen ein Urteil aus einem Geschworenengericht entscheidet der Oberste Gerichtshof, gibt er der Beschwerde nach, käme es zu einem neuen Prozess.

Am Tatort fand die Polizei ein Messer, aber ohne DNA-Spuren der Einbrecher (Symbolbild vom ...
Am Tatort fand die Polizei ein Messer, aber ohne DNA-Spuren der Einbrecher (Symbolbild vom Einsatzort)(Bild: Markus Tschepp)

Ein Urteil in Geschworenenverfahren gilt inhaltlich als fast unbekämpfbar. Die Staatsanwaltschaft dürfte darum eine undeutliche bzw. unvollständige Belehrung der Laienrichter durch die Vorsitzende Richterin zur hochkomplexen Notwehr-Thematik geltend machen.

Angeklagter präsentierte mehrere Versionen des Tathergangs
Bei dem Vorfall am 31. Juli 2025 hatte der heimkehrende Bewohner in seinem Haus einen 31-jährigen Einbrecher aus Ungarn und dessen Lebensgefährtin überrascht. Statt die Polizei zu rufen, holte er eine – legal besessene – Pistole und gab einen Warnschuss ab.

Die Einbrecher hätten laut Staatsanwaltschaft alles fallen gelassen und seien aus dem Haus gelaufen. Der 66-Jährige gab darauf zwei weitere Warnschüsse ab und kniete sich dann nieder und gab einen weiteren Schuss auf den Mann ab. Der Ungar wurde getroffen und starb im Spital.

Bei diesem Haus fielen im Juli 2025 die Schüsse
Bei diesem Haus fielen im Juli 2025 die Schüsse(Bild: Markus Tschepp)

Die Version des Angeklagten, er sei vom Einbrecher mit einem Messer attackiert worden, und auch seine spätere Version im Zuge der Tatrekonstruktion, der Einbrecher habe ihn mit einer Flexscheibe attackiert, bezeichnete die Staatsanwältin im Prozess im Mai als nicht glaubwürdig und als Schutzbehauptung.

Auf dem Messer, das auf der Terrasse lag, sei keine DNA-Spur des Einbrechers gefunden worden. Der 66-Jährige beteuerte im Verfahren, dass er den Einbrecher nicht habe töten wollen. Er selbst habe Todesangst gehabt.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Salzburg
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung