Google Street View

WLAN-Schnüffelei kein Fehler eines Einzelnen

Web
13.06.2012 13:42
Der unerlaubte Mitschnitt von WLAN-Daten durch die Street-View-Kamerawagen von Google ist nicht auf die Fehlleistung eines einzelnen Google-Mitarbeiters zurückzuführen. Das geht aus Dokumenten der US-Telekomaufsicht FCC hervor, die am Dienstag in den USA veröffentlicht wurden.

Googles Kamerawagen hatten während ihrer Fahrten von 2008 bis 2010 auch WLAN-Informationen gespeichert. Eigentlich sollten nur die Seriennummern (MAC-Adressen) und Namen (SSID) der Hotspots aufgezeichnet werden. Tatsächlich zeichnete der WLAN-Scanner von Google aber auch den unverschlüsselten Datenverkehr aus den drahtlosen Netzwerken auf, sodass E-Mail-Fragmente und andere sensible Daten auf den Google-Festplatten landeten.

Die Affäre wurde im Mai 2010 durch eine offizielle Anfrage des Hamburger Datenschützers Johannes Caspar publik gemacht. Google sprach damals von einem Fehler eines einzelnen Mitarbeiters, der lange nicht aufgefallen sei. Die Daten seien nie verwendet worden. Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt in diesem Zusammenhang noch, weil Google in der Hansestadt sein Deutschland-Büro hat. Zum Ermittlungsstand konnte sie am Mittwoch keine neuen Angaben machen.

Mitarbeiter wussten von WLAN-Aufzeichnungen
In den nun veröffentlichten FCC-Unterlagen befinden sich eidesstattliche Erklärungen von neuen Personen, die offensichtlich als Ingenieure bei Google arbeiten. Ihre Namen sind in den Unterlagen geschwärzt. In den Stellungnahmen erklären mehrere Personen, sie hätten von dem WLAN-Aspekt zwar im Allgemeinen gewusst, könnten sich aber nicht daran erinnern, das dazugehörige Projekt-Papier gelesen zu haben. 

Google spricht von "Projekt-Panne"
Den FCC-Dokumenten zufolge waren zwei Ingenieure darüber konkret informiert worden, dass auch unverschlüsselter Datenverkehr ausgezeichnet wird. Darunter sei auch ein Google-Mitarbeiter in einer Management-Position gewesen. Eine Google-Sprecherin sagte der "New York Times", es sei ein Fehler gewesen, dass verschiedene Ingenieure versäumt hätten, ein vorhandenes Projekt-Papier zu den WLAN-Aufzeichnungen zu überprüfen. "Es ist klar, dass es sich um eine Projekt-Panne handelt."

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