ÖVP-Kandidat siegte

Manöver misslungen: Pichl wählt SPÖ-Ortschef ab

Oberösterreich
14.01.2024 16:18

Nach zwei Jahren in Amt war Franz Scheiböck im Oktober 2023 als Bürgermeister von Pichl zurückgetreten - um am heutigen Sonntag wieder als SPÖ-Spitzenkandidat in die Wahl zu gehen. Die Pichler goutierten das nicht, der ÖVP-Kontrahent siegte. Und Weißenkirchen hat nun den jüngsten Ortschef des Landes.

Man nennt so etwas wohl einen Schuss ins Knie: Völlig überraschend hatte Franz Scheiböck von der SPÖ im Herbst sein Amt als Bürgermeister von Pichl bei Wels niedergelegt. Als Gründe nannte der 2021 gewählte Ortschef eine Vertrauenskrise zwischen ihm und der Amtsleiterin sowie Feindseligkeiten seitens der Opposition. 

Rücktritt vom Rücktritt
Die Verblüffung war perfekt, als sich Scheiböck postwendend dazu entschied, bei der deswegen fälligen Neuwahl wieder als SPÖ-Kandidat anzutreten. „Ich spüre den Rückhalt aus der Bevölkerung. Ein Wahlsieg wird mir den Rücken stärken und dem üblen Spiel der ÖVP, FPÖ und Amtsleiterin ein Ende bereiten“, sagte er damals gegenüber der „Krone“.

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Es bleibt jedoch ein bitterer Nachgeschmack, dass ein korrekt gewählter und allseits beliebter Bürgermeister durch unsaubere Querelen übervorteilt wurde.

Florian Koppler, SPÖ-Landesgeschäftsführer

Manöver geht nach hinten los
Am Sonntag stand diese gewagte These auf dem Prüfstand - die Pichlerinnen und Pichler waren zu den Wahlurnen gerufen. Und sie machten Scheiböck einen Strich durch die Rechnung: ÖVP-Kandidat Gerhard Seemann, der nach Scheiböcks Rücktritt die Amtsgeschäfte interimistisch geführt hatte, machte das Rennen: Mit 56,8 Prozent der Stimmen wies er den Sozialdemokraten in die Schranken.

„Unsaubere Querelen“
SPÖ-Landesgeschäftsführer Florian Koppler findet Scheiböcks Niederlage „bedauerlich“, die Schuld daran sucht er aber nicht beim SPÖ-Kandidaten: „Es bleibt ein bitterer Nachgeschmack, dass ein korrekt gewählter und allseits beliebter Bürgermeister durch unsaubere Querelen übervorteilt wurde.“

Jüngster Bürgermeister mit 25 Jahren
Mit dem heutigen Sonntag stellt die ÖVP 330 Bürgermeister im Land. Denn auch in Weißenkirchen im Attergau konnte sie den Ortschef-Sessel verteidigen: Josef Rauchenzauner gewann dort mit 67,3 Prozent der Stimmen. Der 25-Jährige ist damit nun Oberösterreichs jüngster Bürgermeister. 

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