Das US-Magazin "Gawker" hat das vollständige Handbuch online gestellt. "Jegliche offensichtliche sexuelle Aktivität, selbst wenn nackte (Körper-)Teile nicht zu sehen sind durch Hände, Kleidung oder andere Objekte, inklusive Cartoons/Kunst" sei auf Fotos verboten, so lautet der erste Eintrag der Facebook-Richtlinien. Das Vorspiel zu zeigen, sei hingegen erlaubt - "sogar gleichgeschlechtliches", heißt es weiter. Gesprochen werden darf über Sex, allerdings ohne Details zu nennen und zum Schäferstündchen aufzurufen.
Nackte Geschlechtsteile - dazu zählen auch weibliche, aber nicht männliche Brustwarzen - hingegen stehen auf der No-Go-Liste. Stillende Mütter ohne Kleidung sind ebenfalls nicht erlaubt. Da die Anti-Brustwarzen-Regelung sehr streng ausgelegt wird, plädieren Mütter seit Jahren auf Facebook dafür, Bilder vom Stillen generell zu erlauben, bisher allerdings ohne Erfolg. Selbst nackte Pixelschönheiten oder Cartoon-Figuren dürfen auf Facebook nicht verweilen.
Lockerer Umgang mit Marihuana
Marihuana hingegen wird erstaunlich locker gehandhabt. So kann jegliche Menge davon gezeigt werden, ebenso wie Zubehör zum Rauchen der Droge. Wird hingegen angedeutet, dass Marihuana angebaut, ver- oder gekauft wird, schlägt die Zensur zu. Andere Drogen dürfen allerhöchstens im Zusammenhang wissenschaftlicher Studien erwähnt werden.
Fleischwunden und Brüche okay
Was Gewalt betrifft, dürfen sowohl tiefe Fleischwunden als auch "zerquetschte" Köpfe und gebrochene Körperteile gezeigt werden - solange das Körperinnere nicht zu sehen ist. Jegliche Verstümmelung, die allermeisten Körperflüssigkeiten sowie interne Organe, Knochen, Muskeln und Co. sind jedoch verboten. Auch "gewalttätige Sprache" wie "Ich liebe es, Schädel bersten zu hören" ist nicht erlaubt.
Angemalte Betrunkene sind vor Facebook sicher
Zudem hat Facebook einige witzige Foto-Regeln aufgestellt. Es ist zum Beispiel nicht erlaubt, ein mit Photoshop bearbeitetes Bild einer Person online zu stellen. Auch Betrunkene oder Schlafende, denen auf den Körper gemalt wurde, dürfen nicht im Netzwerk zur Schau gestellt werden. Dazu kommt, dass keine "Versus"-Fotos, also der Vergleich zweier Menschen, erlaubt sind - interessanterweise war exakt eine solche Website das erste große Projekt von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Er musste die Website nach zahlreichen Beschwerden an seine Universitätsleitung allerdings schließen, wenig später ging Facebook an den Start.
Zahlreiche wichtige Regeln
Neben solchen Richtlinien, die für Europäer teils merkwürdig anmuten, ist das Regelwerk zumeist sinnvoll und wichtig - etwa das Verbot, Kinder nackt zu zeigen. Auch ist jegliche Art der Darstellung sexueller und andersartiger Gewalt gegen Menschen und Tiere verboten, dazu zählen auch Vernachlässigung, Selbst- und Fremdverstümmelung und Essstörungen. Rassendiskriminierung und Hasssymbole sowie Holocaust-Leugnung werden auf Facebook ebenfalls verbannt. Dazu kommt, dass bei Cyberbullying und Drohungen gegen eine Person eingeschritten wird.
Dass die guten Vorsätze allerdings nicht immer so rigoros befolgt werden wie vorgegeben, beweisen zahlreiche Vorfälle der Vergangenheit. So gibt es immer wieder Aufregung um Neonazi-Gruppen und einschlägige Postings auf Facebook. Zuletzt sorgte außerdem eine Facebook-Gruppe für Aufsehen, in der der Tod eines saudi-arabischen Journalisten gefordert wurde (siehe Infobox).
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