11.01.2012 14:10 |

Trotz Kritik

ICANN startet Vergabe von neuen Internetadressen

Ungeachtet der Kritik der US-Regierung soll die Vergabe neuer Domain-Endungen starten. Die Internetverwaltung ICANN nimmt nach einer langen Vorbereitungsphase ab Donnerstag erste Bewerbungen an. Unternehmen oder Städte können sich vom 12. Jänner bis Mitte April um eine neue Adresse mit Endungen wie ".berlin", ".reise" oder ".hotel" bewerben.

"Alle interessierten Institutionen sollten jetzt aktiv werden, wenn sie die neuen Möglichkeiten schnell nutzen wollen", sagte Dieter Kempf, Präsident des IT-Branchenverbands Bitkom. Bis November 2012 werden die Anträge auf sogenannte Generic Top Level Domains (gTLD) von der ICANN geprüft. Anfang 2013 sollen dann die ersten Adressen mit den neuen Endungen an den Start gehen.

Die US-Regierung hatte die ICANN erst Anfang Jänner aufgefordert, die Pläne noch einmal zu überdenken. Viele Unternehmen hätten in Beratungen mit dem US-Wirtschaftsministerium die Einführung der neuen Endungen kritisiert. Sie befürchten, dass Unbefugte ihre Unternehmens- oder Markennamen als Top-Level-Domain registrieren könnten.

Für einprägsame Adressen mit Endungen wie ".com", ".org", ".net" oder ".at" waren die Möglichkeiten zuletzt vielfach knapp geworden. Die Erweiterung der Domain-Endungen ist ein historischer Schritt, der die Möglichkeiten deutlich erweitern soll. Neben regionalen Adress-Endungen wie ".berlin" können nun auch Firmen- und Branchennamen wie ".nokia" oder ".reise" als Endung registriert werden. Private Nutzer können dagegen keine neue Homepage-Endung beantragen.

Kritik an neuen Internet-Endungen
Die neuen TLDs stoßen allerdings auch in der Internetgemeinde auf Kritik. Mit der Erweiterung der Endungen werde kein Vorteil, sondern nur Redundanz produziert, von der letztendlich nur Google profitiere, sagte etwa die Internetpionierin Esther Dyson dem "Wall Street Journal".

Wenn ein Unternehmen wie die Hotel-Kette Marriott neben der Adresse "marriott.com" auch "marriott.hotel" registrieren könne, müsse sie ihre Marke mit einer Reservierung der TDL schützen, auch wenn das Unternehmen die neue Domain nie gebrauche. Für Marken-Anwälte könne daraus ein lukratives Geschäftsfeld entstehen.

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