Der US-Elektroautohersteller Tesla sucht einen Ermittler mit Geheimdiensterfahrung für seine Gigafactory im brandenburgischen Grünheide bei Berlin. Medien befürchten, dass dieser Whistleblower in den eigenen Reihen aufspüren soll.
Wie das Branchenportal Golem.de unter Berufung auf die lokale „Märkische Oderzeitung“ (MOZ) berichtet, sucht der Elektroautobauer für sein Werk vor den Toren Berlins derzeit einen deutschsprachigen „Security Intelligence Investigator“, der „für den Schutz des geistigen Eigentums, der Geschäftsgeheimnisse und der vertraulichen Informationen von Tesla verantwortlich“ zeichnen soll.
Als Anforderung in der Stellenanzeige wird neben einem Höchstmaß an „Integrität und Ehrlichkeit“ eine „mehrjährige Erfahrung als Ermittler bei internationalen/nationalen Strafverfolgungsbehörden oder Nachrichtendiensten und/oder eine gleichwertige Zeit im Bereich Unternehmenssicherheit“ genannt. Bewerber sollten außerdem „Erfahrungen in der Durchführung und Beaufsichtigung komplexer, globaler Ermittlungen“ sowie „Kenntnisse von Ermittlungsstrategien unter Einsatz technisch-forensischer Fähigkeiten und Daten“ vorweisen können.
Als Teil eines Teams von Ermittlern und Analysten, „das jede Untergrabung von Teslas Geschäftstätigkeiten erkennen, auswerten, unterbinden oder vor dieser beschützen“ soll, soll der künftige interne Firmenspion sowohl innerhalb als auch außerhalb der Tesla-Mauern „hochsensible, komplexe und vertrauliche Untersuchungen von Vorfällen im Zusammenhang mit Datenverlusten, Diebstahl von geistigem Eigentum, Technologiemissbrauch und Interessenkonflikten“ führen.
Suche nach Whistleblowern
Die „Märkische Oderzeitung“ befürchtet, dass Tesla damit Informanten in den eigenen Reihen aufspüren will. Auf dem gesamten Gelände der Gigafactory seien Kameras aufgestellt, es herrsche Handyverbot oder die Geräte müssten etwa in der Produktionshalle abgeklebt werden, berichtete die Zeitung.
Als weiteren Schutz habe Tesla zusätzliche Mitarbeiter abgestellt, um die Angestellten der verschiedenen Schichten zu kontrollieren. Auch ein Auto mit Kamera fahre Mitarbeitern zufolge auf dem Gelände der Tesla-Fabrik umher, um Whistleblower und Verstöße aufzuspüren. Seit ein paar Wochen könnten zudem Drohnen nicht mehr über das Gelände fliegen, weil ihre Signale gestört würden.
„Ohne Whistleblower wären aber beispielsweise investigative Berichte der MOZ zu umweltgefährdenden Bränden, zu Missständen bei der Werkfeuerwehr von Tesla oder zum Gift-Pulver-Austritt in einem Außenlager in Grünheide nicht möglich gewesen“, kritisiert die Zeitung.













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