GUTEN MORGEN

Am Gashahn | Echte Schweinerei

Auch wenn ihm gerne nachgesagt wird, er sei womöglich todkrank. Auch wenn ihm gerne nachgesagt wird, bei diesem Krieg könne er nichts gewinnen: Wladimir Putin ist noch immer da. Der Krieg ist längst noch nicht vorbei. Und der Kreml-Herr tritt kampflustig beim Wirtschaftsforum in St. Petersburg auf, verweist dort darauf, dass die „unipolare Welt“, wie sie die USA gerne hätten, vorbei sei. Es gebe nun neue, starke Zentren, die ihre Wirtschaft und ihre nationalen Interessen verteidigen würden. Und trotz der beispiellosen westlichen Sanktionen gegen Russland sieht er sein Land auf einem „Erfolgskurs“. Darüber kann man streiten. Was unbestritten bleibt: Putin sitzt am Gashahn. Und den dreht er nun immer weiter zu. Nachdem Gazprom bereits im April Polen und Bulgarien von russischen Lieferungen abgeschnitten hatte, sehen sich nun immer mehr Länder mit teils drastischen Kürzungen konfrontiert. Gestern wurden auch die Lieferungen an Italien, Tschechien und die Slowakei stark gedrosselt, an Frankreich ganz eingestellt. Auch Österreich ist betroffen. Der Krieg geht weiter. Und auch wir sind mittendrin.

Echte Schweinerei. Unterdessen geht in Österreich auch die Debatte um das Tierschutzpaket der türkis-grünen Regierung weiter. Es ist sowohl Tierschützern wie auch der Opposition viel zu wenig streng. Immer mehr in den Fokus gerät dabei die Rolle des ÖVP-Bauernbundes, der hier als besonderer Bremser gilt, auch wenn Bauernbund-Präsident Georg Strasser meint, man wolle eine Beschlussfassung der neuen Bestimmungen „für eine möglichst rasche Verbesserung des Tierwohls“. Dem verlängerten Tierleid in Österreich widmet sich heute auch Conny Bischofberger in ihrer Kolumne. Sie schreibt, dass von diesem Leid ein ganzes System profitiere: „Das beginnt bei Billigstfleisch aus ausländischen Tierfabriken und endet mit Rabattaktionen für Fleisch in heimischen Supermärkten. All das setzt Bauern massiv unter Druck. Strohhaltung rechnet sich nicht, so einfach ist das. Und die Politik hält ihrer Klientel die Stange.“ Und Bischofberger meint, es sei ein „grausames Geschäft, bei dem trotz üppigem Bio-Angebot noch immer genug Konsumenten mitspielen.“ Und das ist - nicht nur für unsere Kolumnistin „eine echte Schweinerei“.

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