Demo gegen Landespläne

Bürgerprotest: Der Fernpass ist am Samstag zu!

Tirol
25.06.2026 09:05
Porträt von Tiroler Krone
Von Tiroler Krone

Schlagende Argumente statt Autos auf dem heißen Asphalt! Vielen Bürgern entlang der Fernpassstraße in Tirol reicht’s: Sie wollen ihrem Protest gegen das geplante Fernpasspaket mit der Demo am Samstag von 10 bis 12 Uhr Nachdruck verleihen.

„Gengetz mit“, heißt es im Dialekt auf den gelben Plakaten, die mittlerweile recht häufig von Reutte bis Tarrenz den Straßenrand zieren – übersetzt „Geht mit!“ Eine Aufforderung, sich am kommenden Samstag um 10 Uhr beim Rastland in Nassereith einzufinden und gemeinsam den Protestmarsch nach Fernstein gegen die Ausbaupläne am Fernpass zu unternehmen. Gleichzeitig marschieren die Außerferner vom Parkplatz Ehrenberg bis zum Salzsilo. Die Fernpass- und die Hahntennjochstraße werden von 10 bis 12 Uhr gesperrt sein.

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Was am Brenner als Solidarität inszeniert wird, untergraben dieselben Politiker am Fernpass. Das ist schlicht schizophren.

Ludwig Gruber, Sprecher Bürgerinitiative

Über den Fernpass rollen im Jahr 5,5 Mio. Fahrzeuge
Wie die Bürgerinitiative (BI) „Lebensraum Gurgltal, Außerfern, Mieminger Plateau“ auch gestern wieder während des Mediengesprächs betonte, werde jede Form der Bürgerbeteiligung von der Landespolitik unterbunden, deshalb werde man weiterhin aktiv sein. „Bei der Volksbefragung in Nassereith etwa sprachen sich 94 Prozent der Einwohner gegen das Fernpasspaket aus“, sagte Sprecher Ludwig Gruber, „dies wird aber ignoriert.“

Joachim Strauß zeigt die App zur Messung der Feinstaubbelastung.
Joachim Strauß zeigt die App zur Messung der Feinstaubbelastung.(Bild: Hubert Daum)

Solidarisch zeigte sich auch Karl Mühlsteiger, Bürgermeister der Gemeinde Gries am Brenner, mit seiner Anwesenheit. Das Verhalten von „Privatperson“ Anton Mattle bei der Brennerblockade ist für die Aktivisten schizophren. Gruber: „Am Brenner verteidigt der Landeshauptmann den Lebensraum, am Fernpass wird er für 600 Mio. Euro zubetoniert.“

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Viele Behauptungen in der in die Häuser geflatterten Broschüre zum Fernpass sind an Lächerlichkeit kaum zu übertreffen.

Joachim Strauß, früherer Sprengelarzt

Über den Fernpass rollen pro Jahr rund 5,5 Mio. Fahrzeuge. Was das für die Gesundheit der Anrainer heißt, erläuterte der frühere Tarrenzer Sprengelarzt Joachim Strauß: „Lärm und Feinstoffbelastung werden nicht gemessen.“ Der Fernpassscheiteltunnel werde weiteren Verkehr anziehen. Deshalb fordert die BI einen Stopp der Ausbauaktivitäten inklusive Mautpläne und die Einbindung der Bevölkerung.

Eine weitere Forderung ist die Halbierung des Schwerverkehres und eine intelligente Dosierung an der Grenze. Die Kundgebungen am Samstag werden die Themen vertiefen. Man hoffe natürlich auf viele „Demonstranten“.

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