Im Stich lassen. „Die Regierung will im Herbst bei der Teuerung gegenlenken. Die Frage ist, ob sie dann überhaupt noch am Steuer sitzt.“ Wer das sagt? Der satirische „Herr Nimmerwurscht“ in der heutigen „Kronen Zeitung“. Der freche Herr spitzt immer zu, übertreibt oft stark, hat aber meist doch nicht ganz unrecht. Die Regierungssignale, dass man ohnehin an der Milderung der Teuerungsfolge arbeite, das aber dauere - die kommen nicht nur beim „Nimmerwurscht“ gar nicht gut an. Unterdessen wird zwischen Sozialpartnern und Regierung verhandelt. Nach den gestrigen Gesprächen meldete sich SPÖ-Seniorenvertreter Peter Kostelka zu Wort und verwies darauf, dass die Regierung ohne konkreten Plan zu den Verhandlungen erschienen sei. Und er warnt: „Bis Herbst warten heißt, die Pensionisten im Stich lassen.“ Im Stich gelassen fühlen sich freilich nicht nur die Pensionisten, sondern alle, denen die Teuerungen in so vielen Bereichen langsam die Luft abschnüren.
Rauch lässt es brennen. Besonders deutlich die Anti-Teuerungsmaßnahmen in den Herbst verschoben hat der grüne Sozialminister Johannes Rauch. „Krone“-Kolumnistin Conny Bischofberger widmet sich in ihrer heutigen Kolumne seinem Auftritt in der ZiB2 und den Folgen seiner Ankündigung. Diese klinge „ein bisschen so, wie wenn es schon lichterloh brennt und der Feuerwehrkommandant versichert, dass über die Art der Brandbekämpfung gerade verhandelt werde.“ Und Bischofberger macht darauf aufmerksam, dass es bis zum Herbst „noch heiße 13 Wochen“ seien. Lebensmittel- und Energiepreise steigen weiterhin dramatisch. Bischofberger: „Sie sind wirklich bei den Menschen angekommen. Nicht nur bei Geringverdienern, sondern längst auch in der Mittelschicht.“ Bei Corona habe es für die Wirtschaft geheißen „Koste es, was es wolle“. Doch jetzt heiße es für ungleich mehr Betroffene offenbar „Bitte noch etwas warten“. Da landen wir wieder beim „Herrn Nimmerwurscht“ - siehe oben: Ob dann im Herbst diese Regierung noch am Steuer sitzt?
Einen schönen Donnerstag!
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