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Unbeliebter Nachfolger | Die Wilden

Unbeliebter Nachfolger: Muss man als Politiker beliebt sein, um Erfolg zu haben? Auch darum kreist das erste gemeinsame Interview, das der im Juli scheidende steirische Landeshauptmann Herrmann Schützenhöfer gemeinsam mit seinem designierten Nachfolger Christopher Drexler der „Krone“ gab. An der Beliebtheit hapert es nämlich beim intellektuell, nicht selten auch überheblich wirkenden Drexler. Sogar sein Mentor weist offensiv auf diese Schwäche des Nachfolgers hin, wenn er mehrfach in der Öffentlichkeit betont: „An seiner Beliebtheit müssen wir noch arbeiten.“ Also wollten wir im Interview wissen, wie man aber an seiner Beliebtheit arbeiten kann. Kann man Volksverbundenheit lernen? Schützenhöfer: „Man darf nicht zu hölzern wirken, man muss die Menschen mögen.“ Und dann wird er sehr klar und überzeugend:  „Wenn ich die Leut’ nicht mag, geht mir  das Gemeindefest, die Einweihung des Altars und nachher das Kirchfest mit Grillhendl und dem Krügerl Bier auf die Nerven. Wenn man die Leute aber mag, freut man sich, wenn man dort dabei ist.“ Er habe das immer so gelebt, egal ob am Land oder in den Städten. Und dann der entscheidende Satz:  „Nur draußen bei den Leuten erfährt man die Wahrheit.“ Das wird wohl wahr sein!

Die Wilden hinter dem Semmering: Was haben sie nicht alles schon gewettert, die Steirer. Vor allem die schwarzen Steirer, die sich jahrzehntelang an der Bundes-ÖVP rieben. In den Achtzigern kämpften sie mit aller Macht samt Volksbegehren gegen die Stationierung der Draken-Abfangjäger in ihrem Bundesland - gegen einen ÖVP-Verteidigungsminister. Sogar mit Abspaltung von der ÖVP nach dem bayrischen CSU-Modell drohte man nicht zum ersten und letzten Mal.  Durchgesetzt hat man sich selten. Die Draken wurden sehr wohl stationiert. Auch andere laut vorgetragene Forderungen aus der grünen Mark wurden leise, aber bestimmt abgewiesen. Hinter vorgehaltener Hand belächelte man gerne die „Wilden hinter dem Semmering“. Längst hat man auch in der steirischen ÖVP erkannt, dass man mit lautem Theaterdonner nichts erreicht. Christopher Drexler, seit Freitag designierter Nachfolger des pragmatischen Hermann Schützenhöfer als Landeshauptmann und steirischer ÖVP-Chef - siehe oben  -, war noch vor Jahren als Kämpfer gegen Wien aufgefallen - quasi mit dem Bihänder. Drexler beteuert, er habe höchstens „mit dem feinen Florett gekämpft“. Während Schützenhöfer betont, wie gut Drexler mit Wien vernetzt sei. Ja, so ändern sich die Zeiten - auch in der ÖVP!

Einen schönen Sonntag!

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