Das wird auch durch die neue Seitenlinie betont, denn statt einem "Durchhänger", der dem 1er den genannten tierischen Beinamen eingebracht hat, läuft die Linie nun aufwärts und sammelt sich kraftvoll in einem stark betonten hinteren Kotflügel, der den kleinen BMW optisch vor Kraft nur so strotzen lässt. Das Heck wirkt mit den neuen Rückleuchten ein wenig brav, als wenn die Designer den Wolf im Schafspelz bemühen wollten.
In der Länge legt der Fünftürer um 85 Millimeter auf rund 4,32 Meter zu, der Radstand wächst um 30 Millimeter, die Breite um 17 Millimeter. Die Höhe bleibt unverändert bei 1,42 Meter, wodurch der Wagen insgesamt flacher und sportlicher wirkt. Dazu kommt auch die vorne um 51 mm, hinten um 72 mm gewachsene Spurweite.
Im Innenraum bleiben von diesem Wachstum zwei Zentimeter mehr Kniefreiheit auf der Rückbank und 30 Liter mehr Kofferraum (jetzt 360 Liter). Die Materialien sollen hochwertiger, die Verarbeitung verbessert sein. Wie von der Marke gewohnt, richten sich sämtliche Bedienelemente zum Fahrer hin aus.
Sportlich-sparsame Motoren
Unter der Haube werken ausschließlich Turbomotoren. Fünf stehen zum Marktstart im Herbst bereit. Im Einstiegsmodell 116i verrichtet ein neuer 1,6-Liter-Benziner mit 136 PS seinen Dienst. Darüber rangiert der 118i mit einer auf 170 PS aufgerüsteten Variante des Vierzylinders. Auf Dieselseite gibt es die Wahl zwischen drei 2,0-Liter-Motoren mit Leistungswerten von 116 PS, 143 PS und 184 PS. Der Topdiesel heißt 120d und markiert zunächst die sportliche Spitze im Programm, mit einem Standardsprint in 7,2 Sekunden und 228 km/h Höchstgeschwindigkeit, und das bei einem Normverbrauch von nur 4,5 l/100 km. In Vorbereitung ist ein 1,6-Liter-Diesel mit 116 PS und einem Kraftstoffverbrauch unter vier Litern.
Achtgangautomatik als Sensation dieser Klasse
Für die Kraftübertragung ist erstmals in der Kompaktklasse gegen Aufpreis eine Achtgangautomatik erhältlich, Standard sind manuelle Sechsganggetriebe. Beide Varianten können mit einem Start-Stopp-System kombiniert werden. Außerdem sorgen je nach Modell Bremskraftrückgewinnung, die bedarfsgerechte Steuerung der Nebenaggregate sowie Leichtlaufreifen für einen möglichst geringen Spritdurst.
Internet, Assistenten und ein Fahrerlebnisschalter
Wie üblich halten zum Modellwechsel auch Fahrerassistenzsysteme aus höheren Klassen im neuen Kompaktmodell Einzug. Unter anderem offerieren die Bayern gegen Aufpreis einen Fernlichtassistenten, adaptives Kurvenlicht, Spurhalteassistent, Tempomat mit Bremsfunktion und einen bordeigenen Internet-Anschluss. Zur Serienausstattung gehören unter anderem CD-Radio, Klimaanlage und der neue „Fahrerlebnisschalter“. Über ihn kann der Fahrer die Charakteristik von Motor, Lenkung und Getriebeautomatik elektronisch seinen Wünschen anpassen. Neben einer besonders sportlichen Einstellung gibt es auch einen verbrauchsoptimierten Modus.
Die Preise für den neuen BMW 1er Fünftürer stehen noch nicht fest. Das aktuelle Modell startet bei 23.100 Euro. In ähnlichen Regionen wird auch der Neue zunächst liegen. Wahrscheinlich ab 2014 sollen erstmals aber auch Varianten mit Frontantrieb angeboten werden, die den Einstiegspreis nach unten drücken. Das wäre dann wirklich eine Revolution, mit der BMW in Hinsicht Neuigkeitswert zu seinem Wettbewerber Mercedes aufschließt. Die Stuttgarter bringen nämlich ihre A-Klasse nur kurz nach dem neuen 1er auf den Markt. Und die wird optisch mit dem Vorgänger rein gar nichts mehr gemein haben.
Marktstart für den 1er ist der 17. September. Die Preise beginnen bei 24.950 Euro für den BMW 116i mit 136 PS.
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