„Dilettantisch“

Kartoffelpüree statt Kokain für verdeckte Beamte

Salzburg
06.05.2026 16:07

Skurril! Zwei Serben fädelten ein Drogengeschäft ein. Was sie nicht wussten: Die Käufer waren verdeckte Ermittler. Was die Polizisten nicht wussten: Im Paket waren gar keine Drogen, sondern Lebensmittel. „Dilettantischer geht es gar nicht mehr“, meinte sogar der Verteidiger beim Prozess im Salzburger Landesgericht.

Am 12. Februar 2026 bei einem Parkplatz in Wals. Zwei Serben kommen in einem Auto an. Mit dabei haben sie ein mittelgroßes Paket, vollständig umwickelt mit Gaffer-Klebeband. Cobra-Beamte stürmen das Fahrzeug, nehmen die beiden fest, noch bevor es zur geplanten Übergabe von einem Kilo Kokain an verdeckte Ermittler kommt. Doch als die Beamten das Paket wiegen und öffnen, ist ihnen sofort klar: Das ist kein Kokain, sondern Kartoffelpüreepulver.

Prozess wegen schweren Betrug
Die eigentlichen Drogendealer waren viel mehr Betrüger. „Wenn man den Verkauf von verbotenen Substanzen vortäuscht, ist das genauso strafbar“, erklärt der Staatsanwalt den Anklagevorwurf des schweren Betrugs.

Kartoffelpüreepulver wog nur 400 Gramm
Beim Prozess am Mittwoch im Salzburger Landesgericht kam nur einer der beiden Serben, ein bislang unbescholtener Arbeitsloser (26). Er gestand und sagte nur: „Es tut mir sehr leid. Es war einfach nur dumm.“ Ausführlicher waren die Erklärungen von Verteidiger Leopold Hirsch: Sein Mandant sei bei einem Deutschkurs von einer Vertrauensperson der Polizei zum Suchtgiftdeal verleitet worden. „Mein Mandant kannte sich nicht aus, man ging sehr dilettantisch vor, dilettantischer geht es eigentlich gar nicht mehr.“

Zitat Icon

Bei der Hausdurchsuchung beim Angeklagten hat die Polizei nichts gefunden. Die Freundin war aber not amused, sie verließ ihn.

Verteidiger Leopold Hirsch über die Folgen für seinen Mandanten

Das Kartoffelpüreepulver wog nämlich gerade mal 400 Gramm. Zudem war es noch verpackt wie aus dem Supermarkt: mit Produktname und Marke. „Patschert oder nicht, die Staatsanwalt geht davon aus, dass sie versuchten, 27.000 Euro zu erbeuten“, so der Ankläger. Wobei eine bei der Festnahme sichergestellte Gaspistole auch auf andere Pläne hindeuten könnte . . .

6 Monate auf Bewährung lautete das Urteil. Nachsatz des Richters: „Der Angeklagte kann froh sein, dass er an verdeckte Ermittler geriet. Bei richtigen Kriminellen hätte es auch anders ausgehen können.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.

Salzburg

krone.tv

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung