Zimmerpreise zu hoch

Österreicher bremsen heuer beim Österreich-Urlaub

Wirtschaft
06.05.2026 16:11

Rund 13 Millionen Gäste wollen diesen Sommer fix bei uns Urlaub machen, weitere elf Millionen sind laut Umfrage der Österreich Werbung (ÖW) interessiert. Nur die Österreicher selbst lassen aus: Weniger Leute wollen überhaupt verreisen, und nur 41 Prozent davon im Inland bleiben. Schuld ist die Teuerung.

Im Vorjahr war noch für 42 Prozent der Urlaub im eigenen Land fix geplant. Und nur 69 Prozent der Österreicher denken derzeit, dass sie grundsätzlich verreisen werden – 2025 waren es immerhin 72 Prozent. Nur noch die Niederländer sind ähnlich auf der Bremse wie wir, ergibt die brandaktuelle Befragung der Österreich Werbung in zehn europäischen Ländern. Gründe sind, dass die Arbeitslosigkeit steigt und gleichzeitig auch die Teuerung schon wieder anzieht. Gleich 31 Prozent der heimischen potenziellen Urlauber fühlen sich dadurch derzeit sehr belastet, im vorigen Sommer sagten das bloß 25 Prozent. Das ist der höchste Wert nach Ungarn und Rumänen.

Die Inflation betrifft dabei nicht nur den Alltag, Gastronomie und Hotellerie erhöhten ihre Preise wegen ihrer massiven Kostensteigerungen (Personal, Energie, Lebensmittel, Kreditzinsen) sogar oft über der allgemeinen Teuerungsrate. „Wir stehen bei den Preisen nun teilweise schon an der Wand. Dabei konnten die Betriebe die Kosten sogar nicht einmal voll weitergeben, die Margen sinken daher“, gibt Susanne Kraus-Winkler, Wirtschaftskammer-Obfrau der Tourismusbranche, zu.

Genauere Vergleiche dank KI
Im Klartext: Angesichts der internationalen Konkurrenz ist ein Plafond erreicht, höhere Zimmerpreise würden Kunden nur bei spürbar verbessertem Angebot akzeptieren. Auch durch Künstliche Intelligenz würden die Gäste noch genauer vergleichen und buchen tendenziell immer kurzfristiger. Schon fast jeder vierte 20- bis 30-Jährige lässt seinen Urlaub mittels KI planen, im Vorjahr war es erst jeder Zwanzigste.

ÖW-Chefin Astrid Steharnig-Staudinger: „Sicherheit scchlägt Preis.“
ÖW-Chefin Astrid Steharnig-Staudinger: „Sicherheit scchlägt Preis.“(Bild: Pamela Rußmann)

Generell ist die Österreich Werbung jedoch optimistisch für den Sommer. 13 Millionen Menschen planen fix einen Urlaub bei uns. Wenn alles gut geht, dann könnten wir nach zuletzt 22,5 Millionen heuer bis zu 2 Millionen Gäste mehr verbuchen. Die Fernreise-Märkte sind zwar durch den Iran-Krieg noch sensibel, durch die Aufhebung der Reiseeinschränkungen über Dubai und Doha gibt es nun aber wieder mehr Flugverbindungen aus Asien, die Ticketpreise sinken. Österreich hat da als sicheres Land gute Chancen, so ÖW-Chefin Astrid Steharnig-Staudinger. „Sicherheit schlägt derzeit Preis.“ Bis auf die Holländer seien zudem die meisten Europäer eher reisefreudiger als 2025, nur 12 Prozent wollen laut Umfrage weniger Geld ausgeben als zuletzt.

Buchungen für Song Contest noch unter Erwartung
Hoffnung setzt man zudem auf den European Song Contest (ESC). Die Hotels in Wien sind zwar weniger ausgebucht als von vielen erwartet, auch weil einige im Vorfeld die Zimmerpreise hinaufgesetzt hatten. Dennoch rechnet man mit 88.000 zusätzlichen Gästen und 57 Millionen Euro Wertschöpfung. Vor allem langfristig erwartet man sich durch die weltweite Präsenz vor allem bei jüngeren Menschen einen Imageschub, so Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner. „Mit 170 Millionen Zuschauern ist der ESC das größte Live-TV-Event der Welt, dazu kommen Milliarden Social-Media-Kontakte.“

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