Vor der nun beginnenden Matura hat unser „Krone“-Schulratgeber Manfred Jordan wieder wichtige Tipps. Dieses Mal geht es um das Thema Schwindeln.
Ein Spickzettel, Blick aufs Handy, Hilfe von KI – in der Rückschau wird das Schwindeln bei der Matura gerne verklärt erzählt. Fast wie ein harmloses Kavaliersdelikt, eine Anekdote für spätere Stammtische.
Doch das greift zu kurz. Tatsächlich handelt es sich um Leistungsbetrug. Und der ist gerade dort besonders bedenklich, wo es um Bildungszertifikate geht, die ja Leistung bescheinigen sollen.
Konsequenzen sind vergleichsweise mild. Wer beim Schwindeln erwischt wird, kassiert kein „Nicht genügend“, sondern muss die Matura in diesem Fach wiederholen.

„Krone“-Schulratgeber Manfred Jordan
Bild: Johanna Birbaumer
Wer sich den Abschluss durch Täuschung erschleicht, untergräbt nicht nur die eigene Glaubwürdigkeit, sondern auch das Vertrauen in die Fairness des Systems. Bemerkenswert dabei: Die Konsequenzen sind vergleichsweise mild. Wer beim Schwindeln erwischt wird, kassiert kein „Nicht genügend“, sondern muss die Matura im betroffenen Fach zum nächsten Termin wiederholen. Eine zweite Chance also, aber auch ein Signal, das man kritisch hinterfragen darf.
Matura-Note nur die halbe Miete
Dabei wäre Schwindeln oft gar nicht notwendig. Die Gesamtbeurteilung ergibt sich nämlich je zur Hälfte aus der Jahresnote und der Maturaleistung. Wer im Abschlussjahr etwa ein „Befriedigend“ erreicht, bringt bereits eine solide Basis mit. Die Hürde für eine positive Maturanote ist also niedriger, als viele glauben.
Was wir daher brauchen, ist keine bessere Täuschungstechnik, sondern eine Kultur der Ehrlichkeit. Eine, die selbst erbrachte Leistungen wertschätzt und damit Selbstwirksamkeit und Selbstachtung stärkt. Denn wer ehrlich zeigt, was er oder sie kann, baut auf einem Fundament, das auch im späteren Berufs- und Lebensalltag trägt.
Der weitaus größte Teil der rund 4000 Tiroler Maturantinnen und Maturanten lebt heuer wohl genau das vor. Sie setzen ein klares Zeichen gegen Blender und Täuscher – und für echte, individuelle Leistungsfähigkeit. Ein Zeichen, das mehr zählt als jede erschlichene Note.
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