Kann teuer werden
Wussten Sie das über Maut & Umweltzonen in Europa?
Andere Länder, andere Verkehrsregeln: Wer mit dem Pkw in Europa unterwegs ist, muss einiges beachten. Richtig kompliziert wird es, wenn es um innerstädtische Umweltzonen und City-Maut-Gebühren geht. In Österreich ist die Einrichtung nur noch eine Frage der Zeit.
Einfach im europäischen Ausland in eine Innenstadt fahren? Das kann teuer werden. Viele Städte nutzen Zufahrtsbeschränkungen, um Verkehrsströme zu lenken. Ziel ist weniger innerstädtischen Verkehr und damit weniger Lärm und Abgase. So soll die Lebensqualität verbessert werden. Für nicht ortskundige Autofahrer ist es jedoch nicht immer ersichtlich, ob eine Zufahrtsbeschränkung besteht.
Oftmals gibt es keine Schranken oder Poller, sondern automatisierte Einlasskontrollen, Mautgebühren oder Umweltplaketten. Das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland weist auf neuste Verordnungen hin und gibt Tipps, wie Autofahrer teure Bußgelder vermeiden.
Beispiel Registrierung: Die Altstadt von Dubrovnik ist seit Mitte 2025 im Zeitraum zwischen 1. März und 30. November als verkehrsberuhigte Zone ausgewiesen. Wer in diesen Monaten einfahren möchte, um etwa zum Hotel zu gelangen, muss dies vorab nachweisen und anschließend sein Kennzeichen kostenlos registrieren. Wer erst vor Ort eine Unterkunft sucht, muss spätestens nach drei Tagen registriert sein. Wer bei der Suche nach einem Hotel erfolglos ist, sollte die Zone wieder verlassen und in der Drei-Tages-Frist ein Mail an zona@dubrovnik.hr schicken. Hier sollten Kennzeichen, Datum und Uhrzeit der Einfahrt sowie eine kurze Erklärung vermerkt sein.
Ohne Registrierung wird bei Privatpersonen für jede Einfahrt eine Strafe von 260 Euro fällig. Für Reisende mit einem Mietwagen fallen die Strafgebühren höher aus, da Kroatien Unternehmen höher bestraft als Privatpersonen. Die Verbraucherschützer raten Nutzern von Mietwagen, bei Verstößen ihrem Vermietungsunternehmen mitzuteilen, dass sie nur den für Privatpersonen vorgesehenen Betrag zahlen. Außerdem sollten sie das Unternehmen bitten, dem Bescheid zu widersprechen und auf den Fahrer zu verweisen.
Auch in Belgien setzt man auf Vorab-Registrierung: Vor die Einfahrt in Brüssel, Antwerpen oder Gent in die Umweltzonen (LEZ: Low Emission Zones) müssen sich Autofahrer online registrieren. Wer alle drei Städte erkunden möchte, muss aufpassen. Während die Städte Antwerpen und Gent ihre Registrierungen gegenseitig anerkennen, trifft das nicht auf Brüssel zu. Hier gelten eigene, zum Teil strengere Regeln und Bußgelder als in den zwei anderen Städten.
Beispiel Maut: Recht bekannt ist die Londoner Innenstadtmaut. Autofahrer können sich auf tfl.gov.uk registrieren und so teure Strafgebühren vermeiden. Auch italienische Städte setzen auf das Mautsystem. Für Mailand, Palermo und Bologna wird eine City-Maut meist als Tagesticket fällig. Viele italienische Städte haben zudem ZTL-Zonen („Zona a Traffico Limitato“). Diese dürfen nur von Anwohnern, Lieferdiensten oder registrierten Hotelgästen befahren werden.
In Schweden wird für die Städte Stockholm und Göteborg eine Citymaut kamerabasiert erhoben. Dafür kann man sich vorher bei der der Agentur EPASS24 anmelden – muss man aber nicht. So oder so kommt die Rechnung per Post nach Hause. Die Citymaut in Stockholm und Göteborg fällt an Werktagen (Montag bis Freitag) zwischen 06:00 und 18:29 Uhr an. An Wochenenden, Feiertagen und im gesamten Monat Juli ist die Durchfahrt kostenlos.
Beispiel Umweltplaketten: In Deutschland ist die Plakette in rund 50 deutschen Umweltzonen Pflicht. Dazu gehören Metropolen wie Berlin, München, Köln und Frankfurt sowie Ballungsräume wie das Ruhrgebiet. Man bekommt sie bei allen amtlichen Prüfstellen (wie TÜV, DEKRA, GTÜ, KÜS), Zulassungsstellen und Tausenden autorisierten Werkstätten. Und bei Automobilklub, auch in Österreich.
Frankreichbesucher benötigen die Crit’Air-Vignette. Sie ist Voraussetzung für die Fahrt in zahlreiche Innenstädte und Umweltzonen. Die Plakette muss in Frankreich bestellt werden, zum Beispiel auf der offiziellen Seite des französischen Umweltministeriums (certificat-air.gouv.fr) und kostet aktuell 3,11 Euro plus Versand. Die Plakette muss, wie die die deutsche Umweltplakette gut sichtbar auf die Innenseite der Windschutzscheibe angebracht werden.
Für Autofahrer wird es künftig wohl weitere Zufahrtskontrollen für Innenstädte geben. So schafft Österreich ab Mai die rechtliche Grundlage für automatisierte Einfahrtskontrollen. Ob und wann solche Systeme tatsächlich eingesetzt werden, entscheiden Städte und Gemeinden jeweils selbst. Das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland rät Autofahrern generell, sich ganz konkret über die Regeln der jeweiligen Kommune im europäischen Ausland zu informieren, die man mit dem Auto besuchen möchte. So lassen sich teure Überraschungen vermeiden.










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