Millionen-Verlust

AUA erwägt Kurzarbeit nach dem Sommer

Wirtschaft
06.05.2026 15:35
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Austrian Airlines (AUA) hat im ersten Quartal 2026 einen Verlust von mehr als 100 Millionen Euro verzeichnet. Chefin Anette Mann schließt weitere Sparmaßnahmen für den Herbst nicht aus. So werde etwa Kurzarbeit geprüft, sagte sie am Mittwoch.

„Neben viel Eis und Schnee zum Jahresanfang haben vor allem die Auswirkungen des Iran-Krieges unser erstes Quartal geprägt“, sagte Mann. So seien etwa zahlreiche Nahost-Verbindungen gestrichen worden und die Kosten deutlich gestiegen. Im ersten Quartal 2026 betrug das um Sondereffekte bereinigte Betriebsergebnis (Adjusted EBIT) der AUA minus 112 Millionen Euro, nach minus 111 Mio. Euro im Vorjahresquartal.

„Wir bereiten uns auf alles vor. Wir würden immer versuchen, es mit temporären Lösungen zu machen, weil das ist eine Supermannschaft, die wir hier haben und die hätte ich gerne weiter an Bord“, sagte die Chefin weiter. Für den Sommer rechnet sie trotz der hohen Kerosinpreise noch mit starker Nachfrage. Wie es danach weitergehe, hänge davon ab, wie sich der Krieg im Nahen Osten entwickle.

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Wir würden immer versuchen, es mit temporären Lösungen zu machen, weil das ist eine Supermannschaft, die wir hier haben.

AUA-Chefin Anette Mann

Personal wird noch rekrutiert
Der Iran-Krieg sei keine Krise wie die Corona-Pandemie, wo die Gefahr bestehe, dass das Geld ausgehe. Es werde auch eine Zeit nach der Krise geben, sagte Mann. „Das heißt, wir streichen aktuell keine Zukunftsprojekte.“ Die Erneuerung der Flotte gehe wie geplant weiter. Man rekrutierte auch weiter Personal. Per Ende März hatte die AUA ungefähr 6150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Ticketpreise bereits angehoben
Die Lufthansa-Tochter hat bereits die Ticketpreise angehoben. Kundinnen und Kunden würden das zwar akzeptieren, aber jetzt viel kurzfristiger buchen, sagte Mann. Als Grund für die Unsicherheit ortet sie auch die vielen Meldungen über einen drohenden Kerosinengpass. Der Flughafen Wien sei mit der nahen OMV-Raffinerie gut aufgestellt, sagte die Airline-Chefin dazu. Zudem gebe es Back-up-Pläne.

Die Flieger nach Asien sind nach den Luftraumsperren in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar gut ausgelastet. Vielen Passagierinnen und Passagieren ist das Umsteigen im Nahen Osten weiterhin zu unsicher. Mehrere Ziele fliegt die AUA bis heute nicht an. Tel Aviv in Israel könnte ab dem Juni wieder angeflogen werden. Die aktuelle Sicherheitslage werde immer berücksichtigt, versicherte Mann. Dort steigen die Menschen etwa auf Flüge nach Nordamerika um. Freigewordene Kapazitäten sollen in den Sommermonaten für nachgefragte Destinationen in Europa genutzt werden unter anderem nach Palma de Mallorca, Dubrovnik, Barcelona, Nizza und Málaga.

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