Vor wenigen Tagen war an dieser Stelle zu lesen, wie wundervoll Lachen ist, wie gesund und wohltuend. Das ist ja tatsächlich das Einzige, das man angesichts der Peinlichkeit mit der gescheiterten Impflotterie und der völlig missglückten Impfpflicht machen kann.
Doch irgendwann ist Schluss mit lustig. Und irgendwann ist jetzt. Die neu aufgetauchten Chats sind alles andere als spaßig, sie sind zum Fremdschämen und befeuern das verheerende Sittenbild. Dass Politik und Glacéhandschuhe kein untrennbar miteinander verbundenes Paar sind, bedeutet noch lange nicht, dass man den Koalitionspartner als „Gsindl“ bezeichnen muss. „So sollte man weder miteinander noch übereinander reden“, sagt Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner jetzt über ihr damaliges SMS.
Stimmt. Aber natürlich bemühen sich türkise Kreise auch, die Erzählung „Ja, glaubt denn wirklich jemand, dass nur die ÖVP so redet?“ zu verbreiten. Auffallend in diesem Zusammenhang ist nur, dass die bisherige politische Bulldogge der Türkisen, Andreas Hanger, so ruhig ist.
Auch angesichts des Postenschachers, zuletzt sichtbar geworden in den geheimen Nebenabsprachen des Koalitionsvertrags, sowohl bei Türkis-Blau als auch bei Türkis-Grün, und zumindest verdächtig durchgeschimmert in den jüngsten Chats, vergeht einem das Lachen. Es ist höchste Zeit, dass nun alles ans Tageslicht kommt und, sollten sich die Verdachtsmomente bestätigen, auch Konsequenzen gezogen werden. Mit einem neuen Stil, der die Bezeichnung auch verdient.
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