28.10.2021 15:19 |

Urinproblem im All

Leck in Toilette bereitet SpaceX Kopfzerbrechen

Die Kombination aus einem Ventilator und einer Flüssigkeit ist insbesondere in der Schwerelosigkeit nicht sonderlich glücklich. Mit einem ähnlichen Problem haben derzeit die Ingenieure des Raumfahrtunternehmens SpaceX zu kämpfen. Wie bekannt wurde, hat sich beim letzten Flug ein Abflussschlauch der Toilette gelöst - und damit Urin unter dem Fußboden der Raumkapsel verteilt. Kurz vor dem nächsten Start muss das Problem behoben werden. Ansonsten scheint der Rückflug gefährdet.

Kleines Geschäft, große Probleme: Kurz vor dem Start des deutschen ESA-Astronauten Matthias Maurer kämpft das private Raumfahrtunternehmen SpaceX mit Lecks in seinen Toiletten. Bereits während des All-Flugs im September löste sich während der dreitägigen Mission ein Schlauch, wobei offenbar Urin in die Nähe von Ventilatoren und unter den Fußboden des Raumschiffs gelangte, sagte der Raumfahrtingenieur William Gerstenmaier am Montagabend. Er ist Vizepräsident von SpaceX und hat früher für die NASA gearbeitet.

Weder die Crew noch das Unternehmen hätten zunächst etwas von dem Problem bemerkt, hieß es nun in einem Statement. Erst bei der nachträglichen Inspektion zeigte sich das Toilettenproblem. Als dauerhafte Lösung habe man nun den Urinspülschlauch in der Kapsel angeschweißt. Die NASA muss nun die in letzter Minute vorgenommene Korrektur noch überprüfen.

Astronauten bemerkten Leck
Was jedoch noch schlimmer wiegt: Auch bei einer Kapsel, die derzeit an die ISS angedockt ist, gibt es ähnliche Probleme. Dort habe sich jedoch weniger Urin unter den Bodenplatten angesammelt, da die damit transportierte Besatzung nur einen Tag in der Kapsel verbrachte, bevor sie an der Raumstation ankam. Dem Urinproblem kamen die Astronauten von der Station auf die Spur, als sie den Unterbodenraum mit einem Endoskop - ein Kabel mit einer winzigen Kamera am Ende - untersuchten.

Lässt Urin nun Löcher ins Schiff rosten?
Das Problem wirkt nicht nur unappetitlich, es könnte auch eine tatsächliche Gefahr für die Raumfahrer werden, so Gerstenmaier. Denn: Sollte der Urin in der Kapsel zu Korrosion führen, könnte das den Rückflug im November gefährden. Dieser Verdacht lag zunächst nah, weil im All Urin mit einer potenziell korrosiven Verbindung versetzt wird, um das geruchsintensive Ammoniak abzubauen.

Mittels Tests auf der Erde möchte SpaceX nun eine Lösung für das Problem finden. Bisher sehe es zumindest nicht danach aus, als könnte der Urin das Raumschiff beschädigt haben, so das Unternehmen.

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