20.10.2021 06:00 |

„Krone“-Kommentar

SPÖ geht in den Angriff über

Die SPÖ war in der jüngeren Vergangenheit eher dafür bekannt, dass sie jeden aufgelegten Elfmeter stümperhaft verschossen oder einfach liegen gelassen hat. Und sich stattdessen lieber in interne Querelen verstrickt hat.

Jetzt allerdings gehen die Roten in den Angriff über und nehmen ein Thema, das ihnen die ÖVP auf dem Silbertablett serviert hat, dankbar auf. Denn nach dem Bekanntwerden der Chats steht nun auch der Vorwurf im Raum, die Volkspartei habe im Jahr 2016 den Ausbau der Kinderbetreuung verhindert. Der Plan von Christian Kern und Reinhold Mitterlehner sah 1,2 Milliarden Euro für die Nachmittagsbetreuung vor. „Gar nicht gut!!! Wie kannst du das aufhalten?“, schrieb Sebastian Kurz an Thomas Schmid. Knapp zwei Wochen später wurden schließlich 750 Millionen Euro für ganztägige Schulformen beschlossen.

Jetzt startet die SPÖ eine Kampagne mit dem Titel „Her mit der Kinderbetreuungs-Milliarde“. Die Roten, so machen sie unmissverständlich klar, werden in den kommenden Wochen keine Gelegenheit auslassen, um die ÖVP-Chats („Bitte, kann ich ein Bundesland aufhetzen?“) zu wiederholen und zu verbreiten. Außerdem werden 110.000 entsprechende Postkarten in ganz Österreich verteilt, mit der Aufforderung, diese an die türkise Parteizentrale zu schicken.

Allerdings: Wer, so formuliert es die SPÖ, Sebastian Kurz die Meinung sagen will, muss dafür erst einmal ins Geldbörsel greifen und die Karte frankieren.

Doris Vettermann
Doris Vettermann
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