„Krone“-Kommentar

„Spekulanten“ und die Pensionslücke

Kolumnen
23.05.2026 06:00

In linken wie auch rechtspopulistischen Kreisen gibt es seit jeher ein Feindbild: Wer so frech ist, sein Geld in Aktien und anderen Wertpapieren anzulegen, der ist ein böser Spekulant. Der reicher werden will, ohne dafür zu „hackeln“, sondern durch irgendwelche dubiose Vorgänge an den Börsen.

Geschieht diesen Leuten recht, dass sie von einem Verkaufsgewinn sowie laufenden Dividendenerträgen gleich 27,5 % an den Fiskus abliefern müssen. Das ist die hartnäckige Meinung zu vieler. Doch sie ignorieren dabei die Realität: Aktuell dürften bereits 31 % der Erwachsenen Wertpapiere besitzen, so eine Untersuchung des Aktienforums. Das sind dreimal so viele, wie vor zehn Jahren! Und es sind nicht bloß die „Reichen“, denn 1,5 Millionen Anleger verdienen laut Studie unter 3000 € netto monatlich. Lauter Spekulanten? Natürlich nicht, sondern schon die Mitte der Gesellschaft, und das sollten die Verteufler des Kapitalmarkts endlich erkennen.

Wohl nicht zufällig sind das auch jene, die hartnäckig behaupten, dass die staatliche Pension das einzig Wahre ist und sich das für kommende Generationen ebenso ausgehen wird. Selbst wenn schon jetzt ein Viertel des Staatsbudgets als Zuschuss in die Pensionen fließt, Tendenz steigend. Doch auch dabei folgen ihnen die Österreicher nicht mehr: Fast jeder dritte Berufstätige rechnet selbst nicht, dass seine Rente „sicher“ ist. 62 % sagen laut Umfrage daher, dass sie Aktien und Fonds kaufen, damit sie im Ruhestand ihren Lebensstandard halbwegs halten können. Sie verdienen eine Senkung der Aktiensteuer auf 25 % wie am Sparbuch.

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