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Kurz weicht zur Seite | Ende für immer?

Schon wieder 19.30 Uhr. Schon wieder eine kurzfristig angekündigte Erklärung von Bundeskanzler Sebastian Kurz. Am Freitag hatten wir in der Redaktion mit allem gerechnet - nur nicht damit, dass  Kurz praktisch nichts sagen würde. Außer, dass er bleibt.  Am Samstag haben wir dennoch wieder mit allem gerechnet - und diesmal hat Sebastian Kurz auch geliefert.  Schon in den Minuten vor dem Auftritt zu bester Zeit-im-Bild-1-Zeit war durchgesickert: Der Bundeskanzler weicht zur Seite, überlasst das Feld dem bisherigen Außenminister Alexander Schallenberg. Sebastian Kurz wird Klubobmann und bleibt Parteichef. Damit wären die Bedingungen der Grünen erfüllt. Vizekanzler Werner Kogler machte es am Abend dann noch ein wenig spannend: Seine zustimmende Wortmeldung kam erst nach 21 Uhr. Somit scheint die schwarz-grüne, pardon türkis-grüne Regierung vorerst einmal gerettet. Wie lange sie nach dem Vertrauensverlust zwischen den beiden Parteichefs halten kann? Darauf werden ab sofort Wetten angenommen.

Ende für immer? Es war ein lauer Sonntag vor einer Woche, man las in der „Krone“ über die Eckpunkte der Öko-Steuerreform und Hans Peter Doskozils Gedanken zum Erfolg der Kommunisten in Graz. Vergangenen Sonntagnachmittag stellte Kanzler Kurz dann gemeinsam mit Vizekanzler Kogler schließlich die Steuerreform vor. Eine Woche später sind die beiden „geschiedene Leut“, wie man landläufig  sagt. Und Sebastian Kurz, der  Strahlemann an der Spitze des Staates, ist  als solcher mit 35 Geschichte! Er hat sich mit Kräften gegen diesen Abschied gewehrt. Doch die Zentrifugalkräfte waren stärker. Die Staatsanwälte, die Grünen, seine eigenen Parteifreunde ließen dem einstigen „Wunderwuzzi“ keine andere Möglichkeit. Die wiedererstarkten Schwarzen in der ÖVP wollten entgegen ihrer Beteuerung beim Solidaritätstreffen noch  Donnerstagabend nicht mit wehenden Fahnen mit Kurz untergehen. Sie drängten immer massiver auf einen Befreiungsschritt. Ob seine politische Karriere  im Kanzleramt  nun ein unrühmliches Ende gefunden hat? Unrühmlich: im Moment eher ja. Aber Ende für immer? Kaum!

Einen schönen Sonntag!

Klaus Herrmann
Klaus Herrmann

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Freitag, 22. Oktober 2021
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