Wilde Diskussionen

“Denkmäler” für viele Ex-Politiker in ganz Kärnten

Kärnten
19.01.2011 08:17
Gurk oder doch Klagenfurt? Notwendig oder unnötig? Die Diskussion um das Jörg-Haider-Denkmal ist Anlass, einmal das Gedenken an verstorbene Landeshauptmänner und andere Polit-Größen in Kärnten zu beleuchten. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit zeigt sich: Viele große Politiker wurden nach ihrem Tod zu "Taufpaten" für Straßen. Nur Leopold Wagner erhält bald eine Arena.

Die aktuellen Recherchen beschränkten sich dabei auf die beiden großen Städte Klagenfurt und Villach. Immerhin müssen in der Landeshauptstadt 1.093 Straßenzüge benannt werden, in der Draustadt sind es auch noch 580.

Doch bleiben wir in Klagenfurt. Von den Landeshauptleuten der jüngeren Vergangenheit, also der Ersten und Zweiten Republik, sind etwa Leopold Freiherr von Aichelburg-Labia, Ferdinand Wedenig und Florian Gröger einzelne Straßenzüge gewidmet, dem Landesverweser und Landeshauptmann Arthur Lemisch ein Platz, Ludwig Hülgerth ein Park. Von Aichelburg war von 1909 bis 1918 Landeshauptmann, Florian Gröger zwischen 1921 und 1923, Hülgerth von ’34 bis ’36, Wedenig nach dem 2.Weltkrieg von ’47 bis ’65 SPÖ-Landeshauptmann.

Nächste Ehrung schon geplant
Demnächst wird ein weiterer großer SPÖ-Politiker namentlich geehrt - und zwar Leopold Wagner. Nach ihm wird ein Leichtathletikstadion benannt, das derzeit im Süden der Stadt im Entstehen begriffen ist. 

Neben den Landeshauptmännern wird in Klagenfurt auch weiterer Politiker gedacht. So erinnert der Alfred-Dallinger-Weg an den ehemaligen Sozialminister (verstorben 1989), es gibt eine Karl Schleinzer-Straße als Hommage an den ÖVP-Chef und natürlich eine Bruno-Kreisky-Straße. Über die "kommunistische" Karl-Marx-Straße wurde viel diskutiert, wie auch über Straßen mit den Namen NS-belasteter Personen.

Sind Denkmäler für ehemalige Politiker gerechtfertigt? Abstimmung in der Infobox!

Weiter nach Villach. Ferdinand Wedenig ist als SPÖ-Größe natürlich auch in der Draustadt Namensgeber für eine Straße in Zauchen, Arthur Lemisch als Größe des Abwehrkampfes auch eine "Bank". Villach vergisst aber auch nicht auf Landeshauptmann Hans Piesch (1945 bis 1947), in Krumpendorf wurde aber ein nach ihm benannter Park in Gendarmeriepark umbenannt. Ein Zusammenhang mit Vorwürfen über Pieschs nationalsozialistisches "Vorleben" wurde bei der Rücktaufe natürlich nicht betont. 

Bruno Kreisky und Karl Marx sind in der Draustadt ebenfalls vertreten, dazu noch Ex-Bundespräsident Franz Jonas. Der Josef-Resch-Saal im Congress Center erinnert an einen ehemaligen Bürgermeister von Villach.

Denkmal trotz Protesten in Gurk
Zurück zu Jörg Haider und seinem "Denkmal". Das soll am 25. Jänner in Gurk enthüllt werden, nachdem es beim Bergbaumuseum in Klagenfurt ein Schattendasein geführt hat. Die Proteste von Künstlern und der Opposition dürften daran nichts ändern. Verfechter der Skulptur meinen dazu: "Haider war demokratisch gewählt und starb während der Amtszeit. Das rechtfertigt ein Denkmal." Darüberhinaus gibt es die Jörg-Haider-Brücke bei Lippitzbach.

von Fritz Kimeswenger, "Kärntner Krone"

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