Cold Case gelöst

Ex-Freund (67) gesteht Mord vor mehr als 41 Jahren

Ausland
07.05.2026 11:07
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der Cold Case aus der deutschen Stadt Aschaffenburg ist gelöst: Mehr als 41 Jahre nach dem gewaltsamen Tod einer 19-jährigen  Krankenschwesterschülerin legte der heute 67-jährige Ex-Freund im Mordprozess ein Geständnis ab. 

„Es tut ihm sehr leid, dazu steht er auch“, erklärte seine Verteidigerin gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Ihr Mandant habe die damals 19-jährige Maria während eines Streits im Affekt umgebracht.

„Mein Mandant war damals sehr verletzt, aber nicht übermäßig eifersüchtig“, so die Anwältin. „Er war vorher und nachher auch nie gewalttätig.“ Die von der Anklage angenommenen Motive lägen nach Darstellung der Verteidigung nicht vor.

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Mein Mandant war damals sehr verletzt, aber nicht übermäßig eifersüchtig.

Die Anwältin des Angeklagten

Fünf Verhandlungstage angesetzt
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte bei der Tat am 30. Juli 1984 heimtückisch gehandelt hat, aus Eifersucht und Rache. Für den Mordprozess sind fünf Verhandlungstage bis Ende Juni angesetzt. Dem staatenlosen Verdächtigen droht bei einer Verurteilung wegen Mordes eine lebenslange Haftstrafe – alle anderen Straftaten wie Totschlag sind verjährt.

Laut Anklageverlesung hatte die 19-Jährige dem Angeklagten unmissverständlich klargemacht, dass die Beziehung vorbei sei. „Hierauf entwickelte sich zwischen den beiden ein Streit mit wechselseitigen Beschimpfungen und Beleidigungen, möglicherweise auch mit Ohrfeigen“, schilderte der Oberstaatsanwalt den Tathergang.

Mit Schal stranguliert
Danach soll alles ganz schnell gegangen sein. „Spätestens in dieser Situation fasste der Angeklagte den Entschluss, die Geschädigte zu töten“, so der Oberstaatsanwalt. Der damals 25-Jährige soll den Netzschal seiner Ex-Freundin ergriffen und sie damit stranguliert haben.

„Der Angeklagte handelte aus einer krassen, übersteigerten und jeglichen nachvollziehbaren Grund entbehrenden Eifersucht, weil die Geschädigte Maria Köhler sich einem anderen Mann (...) zugewandt hatte“, ist der Ankläger überzeugt. Zudem habe er sich rächen wollen, weil das Opfer ihm nicht durch eine Heirat zu einem Aufenthaltstitel in Deutschland verholfen habe.

Junge Frau ging neue Beziehung mit einem US-Soldaten ein
Die junge Frau hatte sich vor ihrem Tod von dem Angeklagten getrennt und war eine neue Beziehung mit einem im hessischen Hanau stationierten US-Soldaten eingegangen. Zwei Tage nach der Tat wurde die 19-Jährige von einer Vorgesetzten in einem Wohnheim für angehende Krankenschwestern leblos aufgefunden.

Verdächtiger konnte jahrzehntelang nicht gefasst werden
Obwohl die Ermittler schon früh den damaligen Ex-Freund im Verdacht hatten, entzog sich der Mann der Strafverfolgung. Er floh von Frankfurt am Main aus in die Türkei, wo er geboren worden war. Über Jahrzehnte hinweg blieb sein Aufenthaltsort unbekannt. Ende 2024 nahmen sich Altfall-Ermittler das ungelöste Verbrechen wieder vor und fanden den Mann in der Türkei. 

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